Geldwäsche-Verdacht bei Wirecard:"Willst Du zum Feierabend noch mal schmunzeln?"

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Netflix und Sky haben die Geschichte längst verfilmt, die Schuld muss aber noch verteilt werden in diesem irren Fall: Eine Firma aus Aschheim steigt in den Dax auf, verdrängt die Commerzbank. Und heute? Ist von Wirecard nur noch die Hülle übrig, Börsenkurs: ein Cent. (Foto: Alessandra Schellnegger)

Der eigene Geldwäschebeauftragte galt manchen Wirecard-Managern offenbar als Witzfigur. Auch mit dem BKA hatte der Finanzdienstleister seinen Spaß, als die Geschäfte noch liefen - ausgerechnet.

Von Klaus Ott, Jörg Schmitt, Nils Wischmeyer und Markus Zydra

Die E-Mail, die der Mann aus Wiesbaden im Februar 2014 schickte, wirkt auf den ersten Blick ziemlich verdruckst. Der Empfänger ist der damalige Compliance-Beauftragte von Wirecard, Alexander von Knoop, der Absender ein Beamter des Bundeskriminalamtes (BKA). Und der dreht zunächst ein paar Höflichkeitsschleifen, kommt im dritten Absatz endlich zur Sache. Er hätte da mal eine Frage: "In einem aktuellen Ermittlungsverfahren würden wir dem Beschuldigten gerne unkompliziert eine My-Wirecard-Visa zur Verfügung stellen, um die auftretenden Geldflüsse zu monitoren. Können Sie uns da grundsätzlich unterstützen?"

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:Der Mann, der Wirecard jagte

Er wurde bespitzelt, eingeschüchtert, von eigenen Kollegen verdächtigt. Und doch war sich der Journalist Dan McCrum immer sicher, dass Wirecard betrügt. Über die Kraft des Zweifels.

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