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Wurstskandal:Wilke fiel seit 2013 negativ auf

Rückruf der Wilke-Wurst -Brandenburger Behörden kontrollieren

Die Behörden wussten schon früh um den Skandal beim Wilke-Wurst.

(Foto: dpa)
  • Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte einen internen Prüfbericht der hessischen Behörden veröffentlicht
  • Daraus geht hervor, dass Wilke seit 2013 massive Mängel bei der Hygiene aufweist.

Hessische Behörden haben offenbar schon seit Jahren Kenntnis von gravierenden Hygieneverstößen beim Wursthersteller Wilke. Das geht aus einem internen Prüfbericht hervor, den die Verbraucherorganisation Foodwatch am Montag veröffentlicht hat. Das 30 Seiten lange Dokument stammt von der hessischen Task-Force Lebensmittelsicherheit in Darmstadt, einer Spezialbehörde, die besonders kritische Lebensmittelbetriebe überwacht, etwa große Schlachthöfe, Fleischverarbeiter und Molkereibetriebe.

Der Bericht macht deutlich, dass Wilke bereits 2013 auffällig wurde. Lebensmittelkontrolleure fanden damals mit Salmonellen belastete Salami. Seitdem wurden bei späteren Kontrollen immer wieder Verstöße gegen Hygienevorschriften festgestellt. Im Prüfbericht vom 2. Oktober 2019, kurz nachdem die Produktion geschlossen wurde, heißt es: Der Betrieb biete angesichts der vorgefundenen Zustands "ideale Bedingungen für eine persistierende Ansiedlung, Vermehrung und Verbreitung von Listerien." Der gesamte Produktionsbereich müsse als großflächig kontaminiert angesehen werden. Beschrieben werden einerseits mangelhafte Hygienezustände - die Rede ist unter anderem von Verwesungsgeruch, Mäusekot und Fliegenbefall. Die Mängelliste der Kontrolleure ist lang und reicht von feuchten Decken und Böden über Defizite in der Reinigung bis hin zu fehlender Eigenkontrolle.

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Hessische Behörden und das Verbraucherministerium stehen im Fall Wilke seit Wochen in der Kritik. Foodwatch wirft ihnen vor, sie hätten zu spät reagiert und würden bis heute wichtige Informationen zurückhalten. Dazu gehört etwa eine Liste aller Unternehmen, die Wilke-Produkte weiterverarbeitet und ausgegeben haben.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass das Robert-Koch-Institut davon ausgeht, dass mit Listerien belastete Wurstwaren von Wilke für mindestens zwei Todesfälle und 37 Erkrankungen verantwortlich sind. Insgesamt hat das Institut dafür Listerienausbrüche in sechs Gesundheitseinrichtungen untersucht, darunter Krankenhäuser, Altersheime und Reha-Einrichtungen. Das Fazit der Einrichtung, die dem Gesundheitsministerium unterstellt ist, fällt deutlich aus: Die Warenstromanalyse zeige "eine klaren epidemiologischen Zusammenhang zwischen betroffenen Gesundheitseinrichtungen und dem Wurstaufschnitt der Firma Wilke."

Das hessische Verbraucherministerium teilte auf Anfrage mit, dass der nun veröffentlichte Bericht echt sei. "Wie bekannt, hat das Ministerium erstmals durch den Bericht der Task-Force Lebensmittelsicherheit von den beschriebenen hygienische und baulichen Mängel erfahren", heißt es dort weiter. "Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an der Aufklärung."

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