WiesenhofMehr Tierwohl, wenn Nachfrage wächst

Wiesenhof will sich Europäischer Masthuhn-Initiative fügen, wenn seine Abnehmer umstellen wollen.

Von Michael Kläsgen, München

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Der Geflügelfleischproduzent Wiesenhof hat sich wie die gesamte Firmengruppe PHW "aufgeschlossen" gegenüber der Europäischen Masthuhn-Initiative gezeigt, nachdem sich Großkunde Aldi als erster Lebensmittelhändler dem Konzept für mehr Tierwohl angeschlossen hat. PHW-Chef Peter Wesjohann sagte der Süddeutschen Zeitung: "Wenn einzelne Kunden auf das Tierwohlkonzept der Europäischen Masthuhn-Initiative umstellen möchten, wird die PHW-Gruppe dieser wachsenden Nachfrage im Rahmen ihrer Aufzuchtkapazitäten selbstverständlich nachkommen." Die etwa 1000 PHW-Partnerlandwirte zögen neben konventionellem Geflügel auch Geflügel für insgesamt sechs alternative "Tierwohlkonzepte" auf. 90 Prozent der deutschen PHW-Hähnchenproduktion stammen aus diesen sechs "Konzepten", so Wesjohann. Zwei "Konzepte", Privathof-Geflügel und Gildehoen, lägen sogar über dem Standard der Masthuhn-Initiative. Derzeit würden 30 Landwirte Privathof-Geflügel aufziehen.

Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, die Mitglied der Initiative ist, sagte, die Reaktion von PHW sei "erfreulich". Fast die gesamten, von Wesjohann erwähnten, 90 Prozent gingen jedoch auf die Initiative Tierwohl (ITW) zurück, deren Standards - darunter zehn Prozent mehr Platz für Tiere - derzeit nur knapp über dem gesetzlichen Minimum lägen. Den Unterschied zwischen gesetzlichem Standard und ITW könne man mit bloßem Auge kaum erkennen, so Klosterhalfen. Die Standards von Privathof seien in der Tat höher als die der Europäischen Masthuhn-Initiative. Das Problem sei, dass Privathof bislang kaum Marktanteile gewinnen konnte. "30 von 1000 Partnerlandwirten sagen alles", so Klosterhalfen, "zumal die 30 im Durchschnitt weniger produzieren dürften als die anderen 970."

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