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Wiederholte Regelverstöße:Heimliche Mitschnitte von Kumpanei

Die jüngste Entwicklung ist auch deshalb bemerkenswert, als Dudley sich noch vor einem Jahr explizit gegen die Zerschlagung der Banken gestellt hatte. Kritiker warfen ihm sogar vor, er stehe den Banken zu nahe. Tatsächlich war Dudley bis 2007 viele Jahre Chefvolkswirt für Nordamerika bei Goldman Sachs gewesen.

Eine frühere Angestellte, Carmen Segarra, hat im vergangenen Jahr die New York Fed verklagt. Sie sei gefeuert worden, weil sie zu hart gegen Goldman Sachs habe vorgehen wollen. Segarra hatte heimlich mehrere Sitzungen auf einem kleinen Rekorder mitgeschnitten - insgesamt 46 Stunden lang. Das Material soll beweisen, dass zwischen Regulierern und Regulierten, vor allem Goldman Sachs, eine Atmosphäre der Kumpanei herrschte. Das gemeinnützige Recherche-Portal "Pro Publica" hatte die Mitschnitte öffentlich gemacht. Über die Klage von Segarra ist noch nicht entschieden.

Manager könnten künftig mit eigenem Geld haften

Am Montag machte Dudley konkrete Vorschläge, wie die Banken ihre Kultur ändern können. Sie laufen im Kern darauf hinaus, dass künftig Manager der Banken, aber auch Händler zum Teil mit dem eigenen Geld dafür geradestehen müssen, wenn das Unternehmen gegen Gesetze oder bindende Regeln verstößt. Ein Instrument könnte eine so genannte "Erfüllungsgarantie" sein, die mit den Gehältern verbunden wird. Wenn eine Bank Strafen zahlen muss, könnte sie dadurch auf einen Teil der Gehälter und Boni gegenwärtiger und künftiger Manager zurückgreifen.

Eine Erfüllungsgarantie würde den Angestellten einen Anreiz geben, Fehlverhalten so bald wie möglich ihren Vorgesetzten zu melden. Schließlich stünde ihr eigenes Geld auf dem Spiel. Für junge Bankangestellte sollten zentrale Datenbanken angelegt werden, in die Gesetzes- und Regelverstöße eingehen. Fehlverhalten führe dann schnell dazu, dass die auffälligen Banker in der Branche keinen Job mehr fänden.

© SZ vom 22.10.2014/fie/rus

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