US-NotenbankWiderstand gegen Nominierung des neuen Fed-Chefs

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Trump hat den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Powell vorgeschlagen.
Trump hat den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Powell vorgeschlagen. Alastair Grant/AP/dpa

Ein republikanischer Senator kündigt bereits an, gegen Trumps Kandidaten zu stimmen. Die Blockade hat Gewicht.

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US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass sein Kandidat für die Spitze der US-Notenbank, Kevin Warsh, vom Senat bestätigt wird. Warsh sei „hochqualifiziert“ und könne auch Stimmen von einigen Demokraten erhalten, ‍sagte Trump am Samstag vor Journalisten. „Er sollte ohne Schwierigkeiten bestätigt werden.“ Trump hatte das frühere Fed-Direktoriumsmitglied Warsh am Freitag als Nachfolger ‌für den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell nominiert, dessen Amtszeit im Mai endet.
Doch die Nominierung stößt auf unerwarteten Widerstand in Trumps eigener Partei.

Der republikanische Senator Thom Tillis kündigte am Samstag ⁠an, die Bestätigung Warshs im Senat zu blockieren. Er werde ‌gegen jeden Kandidaten für die Fed-Spitze stimmen, solange eine Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell nicht „vollständig und transparent abgeschlossen“ sei, schrieb Tillis auf dem Onlinedienst X. Trump reagierte verärgert und bezeichnete Tillis als „Blockierer“.

Die Blockade hat Gewicht: Da die  Republikaner im zuständigen Bankenausschuss ‍des Senats nur über eine knappe Mehrheit von ‌13 zu elf Stimmen verfügen, kann ein einziger Abweichler das gesamte Verfahren stoppen. Tillis sagte, sein Vorgehen beweise, wie die Gewaltenteilung funktioniere. Ein einzelner Senator könne verhindern, dass der „mächtigste Mann des Planeten“ die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Fed untergrabe.
Zusätzlich zu dem parteiinternen Streit droht Warsh auch Gegenwind von den Demokraten. Die Senatorin Elizabeth ⁠Warren erklärte, die Nominierung sei der jüngste Versuch Trumps, die Fed unter seine Kontrolle zu bringen. Der Konflikt fällt in eine Phase großer Spannungen zwischen der Regierung und der Zentralbank. Trump hatte zuletzt versucht, Fed-Gouverneurin Lisa Cook ‍zu entlassen, was derzeit vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wird.

Hintergrund des ‌Widerstands von Tillis ist eine Untersuchung gegen Powell wegen Kostenüberschreitungen bei einem Renovierungsprojekt. Powell weist die Vorwürfe als „Vorwand“ zurück, um politischen Druck auf die Zinspolitik auszuüben. Trump hat die Fed wiederholt zu deutlichen Zinssenkungen gedrängt, um die Wirtschaft anzukurbeln, und erhofft sich dies auch von Warsh. Auf die Frage, ob dieser ‍ihm eine Zusage gemacht habe, sagte Trump jedoch: „Nein, denn das will ich nicht ⁠tun. Ich könnte das tun, schätze ich, wenn ich wollte, aber ich habe es nicht getan.“

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SZ PlusKommentar von Ann-Kathrin Nezik
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