Paypal-AlternativeAlles zum Wero-Start im Online-Handel

Lesezeit: 4 Min.

Mit Wero startet eine europäische Alternative zu Paypal.
Mit Wero startet eine europäische Alternative zu Paypal. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
  • Wero startet als europäische Paypal-Alternative im Online-Handel mit Händlern wie Eventim, Decathlon, Lidl und Rossmann.
  • Zunächst können nur Kunden von Sparkassen und VR-Banken mit Wero bezahlen, weitere Banken folgen schrittweise.
  • Wero bietet Käuferschutz über die eigene Hausbank und will mit günstigeren Händlergebühren gegen US-Anbieter konkurrieren.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Wer im Internet einkauft, macht das bisher oft mit Paypal. Jetzt startet mit Wero eine europäische Alternative. Welche Händler und Banken zum Start dabei sind – und wie der Käuferschutz funktioniert.

Von Nils Heck und Markus Zydra

Mehr als 45 Millionen Kunden können mit Wero zurzeit Geld zwischen Freunden hin- und herschicken. Jetzt gehen die Macher den nächsten Schritt und führen Wero als Bezahldienst auch im Online-Handel ein. Dort konkurrieren die europäischen Banken dann mit US-Firmen wie Paypal. Die Süddeutsche Zeitung hat die wichtigsten Fragen und Antworten zum Online-Start zusammengetragen.

Wero startet im Online-Handel. Welche Händler sind dabei?

Bereits vor einigen Tagen war als erster Händler das deutsche Ticketportal Eventim als Wero-Partner gestartet. Über die Webseite der Firma ließen sich beispielsweise Karten für die anstehende Tour von Helene Fischer kaufen. In den kommenden Wochen starten weitere Händler mit Wero, darunter der Sporthändler Decathlon, die Supermarktkette Lidl, der Drogerieanbieter Rossmann, die Kinokette Cineplex und das Feinkostimperium von Käfer. Auch der Heimtierausstatter Zooplus, die Bauhauskette Hornbach oder Fotobuch-Spezialist Cewe sind dabei.

Bis Ende des Jahres will Wero-Chefin Martina Weimert es schaffen, mehr als 150 große und bedeutende Händler anzubinden, im kommenden Jahr sollen 50 weitere folgen. Dazu kommen viele kleinere Händler, die über spezielle Dienstleister freigeschaltet werden. Von Mitte 2026 an soll Wero dann auch an die stationäre Ladenkasse kommen, erklärt Weimert auf einer Podiumsveranstaltung in Frankfurt am Main. Im selben Jahr wird Wero im E-Commerce auch in Belgien, Frankreich und Luxemburg starten.

Welche Banken sind beim E-Commerce-Start dabei? 

Bei Eventim war es bisher lediglich für Kunden von Sparkassen und VR-Banken möglich, auch mit Wero zu bezahlen. Wer sein Konto bei einer Privatbank wie Revolut oder der ING hat, schaute erst einmal in die Röhre. Das wird auch bei allen anderen Händlern zunächst so sein. Wer also nicht gerade Kundin oder Kunde bei Sparkasse oder Volksbank ist, muss noch einige Monate warten, um mit Wero im Online-Handel bezahlen zu können. Als Erstes sollen in den kommenden Wochen die Postbank und die Deutsche Bank folgen, anschließend die ING und dann Revolut. „Weitere Banken werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben“, heißt es von Wero.

Mit Wero bezahlen. Wie geht denn das eigentlich?

Wer am Laptop mit Wero einkaufen will, der kann in teilnehmenden Shops ganz einfach an der Online-Kasse auf den gelben Wero-Button klicken. Im Anschluss öffnet sich automatisch ein QR-Code, den Kunden mit ihrer Bank- oder Wero-App scannen können. In der App selbst lässt sich dann per Wisch oder Klick die Zahlung freigeben. Noch einfacher ist es, wenn Kundinnen und Kunden auf dem Smartphone unterwegs sind. Dann werden sie direkt in die Wero- oder Banking-App geleitet, wo sie die Zahlung prüfen und freigeben können. Kosten fallen für Kunden – wie auch bei allen anderen Zahlungsmitteln – nicht an.

Wird es bei Wero einen Käuferschutz geben? 

Nach SZ-Informationen wird es bei Wero einen Käuferschutz geben. Wie auch bei Paypal können Kunden ein Problem über Wero beim Händler melden und sich auf diesem Wege auf eine Erstattung oder anderweitige Lösung einigen. Finden beide Seiten innerhalb von 30 Tagen nicht zueinander, können Kunden den Fall zu ihrer Bank eskalieren, die sich der Sache dann annimmt und gegebenenfalls eine Rückerstattung veranlasst. Anders als bei Paypal ist also direkt die eigene Hausbank involviert.

Was ist Wero eigentlich – und wer steht dahinter?

Wero ist ein Projekt der European Payments Initiative (EPI). Hinter EPI stehen 16 europäische Banken und Zahlungsdienstleister aus Deutschland, Frankreich und Belgien. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, eine Alternative zu US-Bezahldiensten wie Paypal, Mastercard und Visa zu etablieren. Seit mehr als einem Jahr können sich Kunden der teilnehmenden Banken über Wero Geld zusenden, ohne dass sie dafür die IBAN brauchen. Stattdessen reicht eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Knapp 45 Millionen Kundinnen und Kunden haben sich bei Wero registriert. In Deutschland sind unter anderem die Sparkassen, die Postbank und die ING dabei. Letztere war verspätet gestartet, konnte aber in wenigen Monaten bereits mehr als 350 000 Anmeldungen verzeichnen. Laut ING sind das sehr gute Zahlen.

Mit Wero wollen die Banken die Abhängigkeit von den USA im Zahlungsverkehr reduzieren. Doch ist die wirklich so groß?

Gerade im Internet sind US-Dienste sehr beliebt. Paypal ist mit rund 30 Prozent E-Commerce-Marktführer in Deutschland, auch die beiden Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard sind vorn dabei. Eine deutsche oder europäische Karte für Zahlungen im Internet gibt es hingegen nicht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte deshalb in einem Interview: „Wir müssen diese Verwundbarkeit mindern und sicherstellen, dass es ein europäisches Angebot gibt.“ Wero soll dieses Angebot sein.

Anders ist es an der Ladenkasse. Dort dominiert die deutsche Girocard, die viele von früher noch als EC-Karte kennen. Mehr als 100 Millionen Girocard gibt es in Deutschland. Sie ist das beliebteste Zahlungsmittel im stationären Handel.

US-Anbieter bieten doch guten Service und sind bequem. Warum sollte ich die nicht mehr nutzen?

Wenn ein Kunde im Geschäft mit einer Kreditkarte bezahlt, entrichtet die Bank des Händlers (Acquiring-Bank) eine Gebühr an die Bank des Karteninhabers (Issuing-Bank). Diese Transaktionsgebühren für Händler können die Marge der Händler drücken. Das belastet den Einzelhandel sehr, wie auch Verbände immer wieder kritisieren. Wero will das ändern, indem der Paypal-Konkurrent mit deutlich günstigeren Händlergebühren startet. Händler begrüßen das.

Hat Wero gegen die US-Anbieter eine Chance?

Ob Wero ein nachhaltiger Erfolg werden kann, wird sich insbesondere an den Kassen im Netz und im Geschäft zeigen. Denn nur wer dort präsent ist, kann über Provisionen Geld verdienen und langfristig Teil des Kundenalltags werden. Entsprechend wichtig ist der E-Commerce-Start für Wero und die dahinterstehenden Banken. Der kann aber nur ein Erfolg werden, wenn möglichst viele Händler mitmachen, was für die wiederum nur interessant ist, wenn möglichst viele Kunden auch auf den gelben Wero-Button drücken, wenn sie Online etwas kaufen. EPI muss es also schaffen, beide Seiten gleichzeitig für Wero zu begeistern.

Welche Rolle spielt der digitale Euro, den die EZB derzeit konzipiert?

Mit der Einführung des digitalen Euro wird von der EZB auch eine einheitliche Zahlungsinfrastruktur in Europa aufgebaut. Die Gebühren für die Händler sollen dann deutlich geringer ausfallen, kurzum: Europa sagt den USA den Kampf an. Man möchte die Abhängigkeit von Visa, Mastercard oder Paypal verringern. Inzwischen gibt es mit Wero nun auch einen europäischen Zahlungsanbieter, der in den Ring steigt.

Kann man den digitalen Euro auf Wero aufsetzen?

Ja, aber das Einfügen des digitalen Euro in die Bank-App ist kostspielig, weil die Infrastruktur verändert werden muss, vor allem bei den Banking-Apps, Web-Banking-Systemen und physischen Bezahlkarten. Allerdings sprechen Wero und der digitale Euro ähnliche Nutzer an, was zu Konkurrenz zwischen den beiden Initiativen und zu erneuter Zersplitterung im europäischen Zahlungsverkehr führen kann, was die Akzeptanz beider Angebote erschweren könnte. Positiv ist: Die Nutzung des digitalen Euro auf Wero beschert den Händlern sofortige Liquidität und höhere Zahlungssicherheit, da der digitale Euro nicht rückbuchbar ist. Das reduziert Betrugsrisiken.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Paypal, Lastschrift, Kreditkarte
:Online-Bezahlmethoden im Check

Paypal, Lastschrift oder doch Kreditkarte? Im Internet gibt es viele Möglichkeiten zu zahlen. Doch einige sind bei Komfort, Datensicherheit und Extras überlegen. Ein Überblick.

SZ PlusVon Carolina Adolf

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Gutscheine: