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Werbung:Selbe Marke, andere Botschaft

In der saudi-arabischen Persil-Werbung ist Hausarbeit Frauensache.

(Foto: Youtube)

Arabische Fernsehspots rund ums Putzen und Kochen sind ausschließlich an Frauen adressiert. Es sind ausgerechnet westliche Hersteller, die dabei rückständige Rollenbilder transportieren und mit ihnen Profit machen.

Von Dunja Ramadan

Eine junge Frau sitzt auf der Couch, ihr Smartphone klingelt, doch als sie rangehen möchte, ist der Akku leer. Sie steht auf, um es aufzuladen. "Viele Dinge, die man liebt, gehen von Zeit zu Zeit zu Ende, wie der Akku deines Smartphones", sagt die weibliche Erzählstimme im Werbespot. Währenddessen zupft die Schauspielerin ihr Kopftuch vor dem Spiegel zurecht, ihr Blick fällt auf ein Familienfoto. "Alle Dinge haben ein Ende. Nur die Liebe zu deiner Familie nicht", fährt die Stimme im Off fort. "Und die Wäsche auch nicht." Die Kamera schwenkt nach links, es tauchen die Umrisse eines riesigen Wäschebergs auf. Statt zu seufzen, schnappt sich die Frau, selig lächelnd, den Wäschekorb und läuft ins Bad, "um die nie endende Menge Wäsche" zu waschen. Dieser Werbespot lief 2017 im saudi-arabischen Fernsehen. Die Marke dahinter: Persil, das 1907 erfundene Waschpulver des deutschen Henkel-Konzerns.

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