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Werbebanner auf Flugzeugen:Hello-Kitty klar zu Landung

In Asien sind bereits fünf Hello-Kitty-Flugzeuge unterwegs - als riesige Werbebanner und Supermärkte der Lüfte. Mit Außenwerbung auf Flugzeugen lässt sich der Umsatz steigern, am Komfort wird dagegen gespart. Ein Beispiel, das Nachahmer findet.

Planespotter sind gemütliche Menschen. Sie stehen auf exponiertem Platz in der Nähe eines Flughafens herum, alle 60 Sekunden heben sie ihre Kamera und drücken auf den Auslöser. Wenn die Menschen auf dem Imperial Hill in der Nähe des Los Angeles International Airport nervös werden, dann wird gleich ein besonderes Flugzeug landen: der Privatjet des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch etwa, der Tourflieger der Band Iron Maiden oder - wie im September vergangenen Jahres - eine Boeing 747 mit dem Space Shuttle Endeavour auf dem Rücken.

Hier sind die Flugzeug-Fotografen immer noch aufgeregt wegen einer Linienmaschine der taiwanesischen Fluglinie EVA Air: das Hello-Kitty-Flugzeug. Auf der Boeing 777 mit dem Namen "Hand-in-Hand" sind die weiße Katze und 18 ihrer Freunde abgebildet, innen gibt es mehr als 100 Artikel wie Kissen, Handcreme und Tassen - selbst das Essen wird im Katzenformat auf die Klapptische gestellt. Dreimal pro Woche kommt der Katzenflieger aus Taipeh nach Los Angeles.

Werbeverträge gegen sinkende Einnahmen

"Wir wollen damit Passagiere aus den Vereinigten Staaten für uns begeistern und die Wichtigkeit dieser Route unterstreichen", sagt EVA-Air-Chef K. W. Chang. Er will die exakte Lizenzierungsgebühr nicht verraten, betont indes, dass sich das Investment lohnen würde. Im asiatischen Raum sind bereits fünf Hello-Kitty-Flugzeuge unterwegs, die weniger fliegende Werbebanner sind als vielmehr Supermärkte in mehr als 4000 Metern Höhe: Laut Chang ist die Zahl der Passagiere auf diesen Flügen um drei Prozent gestiegen, die Verkäufe im Duty Free sechsmal so hoch wie auf anderen Routen.

Das klingt zunächst nach einer süßen Geschichte und wirtschaftlich durchaus sinnvollen Kooperation, deutet jedoch auch einen Trend an: Nicht wenige Fluglinien tun sich derzeit schwer, Umsätze allein über die Verkäufe von Tickets zu steigern - auf einem Markt, in dem sich die Nachfrage größtenteils nicht über Beinfreiheit, Qualität des Abendessens oder Freundlichkeit am Check-in-Schalter definiert, sondern über den Preis für den Transport von Mensch und Gepäck.

Internet-Vergleichsportale wie Swoodoo, Orbitz und Cheapoair sorgen bisweilen für umgekehrte Auktionen, dazu lassen sich die Preisentwicklungen aufseiten wie Skyscanner, Yapta oder Airfarewatchdog verfolgen. Also wird so manche Fluggesellschaft kreativ, auch wenn die Idee ungewöhnlicher Außenhüllengestaltung nicht neu ist: Vor 25 Jahren ging Southwest Airlines eine Partnerschaft mit dem Meeres-Themenpark Seaworld ein, lackierte die Flieger, die in den Sea-World-Destinationen Orlando, San Diego und San Antonio landeten, dass sie wie riesige Wale aussahen.

Es folgte eine Partnerschaft mit der Zeitschrift Sports Illustrated im Jahr 2009, bei der sich das Model Bar Refaeli im Bikini über das Flugzeug rekelte und für heftige Proteste von Familienverbänden sorgte. Air New Zealand warb auf einem Flugzeug für den in Neuseeland produzierten Film "Der Hobbit", Alaska Airlines für Flüge nach Los Angeles mit Mickey Mouse und dem Spruch "I am going to Disneyland". Das alles allerdings waren vereinzelte Kooperationen und keine Lizenzierungen oder gar Werbeverträge für mehrere Flugzeuge. Genau das dürfte sich nun ändern.