Werbe-Etat von Apple:647 Millionen Dollar für das iPhone

Apple war schon immer für besondere Geheimniskrämerei berüchtigt. Doch der Patentprozess gegen Samsung gewährt viele Einblicke in die internen Abläufe des Konzerns. Und offenbart etwa, wieviel Geld Apple für Werbung ausgibt. Und dass das iPhone auch ein Auto hätte werden können.

Im milliardenschweren Patentprozess zwischen Apple und Samsung sind weitere Einzelheiten über die internen Abläufe und Ausgaben der weltgrößten Technologie-Konzerne bekanntgeworden. Apple-Marketingchef Phil Schiller gab vor dem Gericht in San Jose bekannt, dass sein Unternehmen insgesamt 647 Millionen Dollar in die Werbung für das iPhone gesteckt habe. Das Smartphone ist seit 2007 auf dem Markt. Für die zwei Jahre alte iPad-Linie seien mehr als 457 Millionen Dollar ausgegeben worden.

Der Prozess in San Jose gibt einen einmaligen Einblick in das Innenleben von Apple. Ein Apple-Manager berichtete von der absoluten Geheimhaltung, unter der das iPhone seinerzeit entwickelt wurde. So sei dafür ein ganzes Gebäude auf dem Apple-Gelände freigemacht worden. Die dafür rekrutierten Mitarbeiter mussten zusagen, bevor sie wussten, woran sie überhaupt arbeiten sollten.

Bei Apple ist nach dem Erfolg des iPod-Players auch über eine Kamera oder ein Auto als mögliche nächste Produkte nachgedacht worden. Unter den damaligen Ideen seien zum Teil "verrückte Sachen" gewesen, so Schiller. Die Apple-Spitze um Gründer Steve Jobs habe sich aber schließlich für den Einstieg ins Handy-Geschäft mit dem iPhone entschieden.

Der Klageschrift von Apple zufolge hat Samsung iPhone und iPad bei den eigenen Produkten kopiert. Umgekehrt werfen die Südkoreaner dem US-Konzern vor, Technologie- und Ausstattungsideen geklaut zu haben, etwa wie man Fotos mit dem Smartphone aufnimmt und dann per E-Mail weiterschickt. Für die beiden Konzerne steht neben Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe viel auf dem Spiel: Samsung droht ein Verkaufsverbot seiner Galaxy-Smartphones und -Tablets in den USA, während Apples weltweite Patent-Strategie sich bewähren muss.

Apple scheiterte am Freitag mit dem Versuch, Samsung harte Sanktionen für die Veröffentlichung nicht im Prozess zugelassener Beweismittel aufzubrummen. Richterin Lucy Koh lehnte einen entsprechenden Antrag ab, will sich aber nach dem Prozess mit dem Vorstoß befassen.

© Süddeutsche.de/Reuters/dpa/fran/olkl
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB