bedeckt München
vgwortpixel

Wer profitiert:Renten und Mindestlohn steigen

Nicht nur Rentner dürfen sich freuen. Auch der Zugang zum Arbeitslosengeld wird erleichtert. Schüler und Studierende, die Bafög erhalten, bekommen eben­falls mehr Geld. Und der Mindestlohn steigt auch.

Gute Nachrichten gibt es im neuen Jahr wieder für Rentner: Die Renten werden zum 1. Juli im Westen um voraussichtlich 3,15 Prozent, im Osten um 3,92 Prozent steigen; endgültig wird das erst im Frühjahr feststehen. Der Rentenbeitragssatz allerdings bleibt bei 18,6 Prozent, obwohl er eigentlich - gemessen an den Reserven der Rentenversicherung - auf 18,3 Prozent sinken müsste. Das fällt jedoch wegen des Rentenpakets der Bundesregierung aus; Beschäftigten und Arbeitnehmern entgehen dadurch Entlastungen von jeweils rund zwei Milliarden Euro. Erleichtert wird 2020 der Zugang zum Arbeitslosengeld I, das in der Regel bei 60 Prozent des Nettoentgelts liegt. Künftig reicht es, binnen 30 Monaten zwölf Monate gearbeitet zu haben, nicht mehr binnen 24 Monaten. Wer langzeitarbeitslos ist und Grundsicherung bekommt, für den steigen die Leistungen: Der Hartz-IV-Satz wird für Singles von 424 Euro auf 432 Euro erhöht, die Wohn- und Heizkosten kommen noch hinzu. Auch die anderen Sätze, für Kinder und Paare, steigen.

Der Mindestlohn wird zum 1. Januar von 9,19 auf 9,35 Euro brutto in der Stunde erhöht. Auch für Azubis gilt nächstes Jahr erstmals eine Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro im ersten Lehrjahr; für das zweite Ausbildungsjahr ist ein Aufschlag von 18 Prozent, für das dritte von 35 Prozent und für das vierte von 40 Prozent vorgesehen. Tarifverträge allerdings haben auch dann Vorrang, wenn sie eine niedrigere Vergütung vorsehen.

Auch Schüler und Studierende, die Bafög erhalten, bekommen mehr Geld. Der Förderhöchstsatz erhöht sich zum Wintersemester 2020/21 von derzeit 853 Euro auf 861 Euro. Mit der Anhebung der Pauschale für den Grundbedarf (für Studierende von 419 auf 427 Euro, für Schüler nach Schulform gestaffelt) steigen die individuellen Förderungsbeträge. Außerdem werden die Einkommensfreibeträge angehoben, die Eltern, Ehegatten sowie Studierende/Schüler mit ihrem eigenen Verdienst beim Nettoeinkommen nicht übersteigen dürfen, weil sie sonst durchs Sieb der Förderregeln fallen. Bei verheirateten Eltern steigt der Freibetrag zum Beispiel von 1835 auf 1890 Euro.

Schließlich tritt am 1. März das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten können leichter als bisher zum Arbeiten nach Deutschland kommen.