Weltwirtschaftsforum Davos:Mythos zwischen den Bergen

Was für eine Gipfelei: Seit 40 Jahren kommt die Elite zum Weltwirtschaftsforum nach Davos - und wird von aller Welt beobachtet. Wichtige Momente in Bildern.

Caspar Busse

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Schwab, founder and Executive Chairman of the World Economic Forum (WEF) looks on during a news conference at the WEF headquarters in Cologny near Geneva

Quelle: REUTERS

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1971 reisten 444 Manager aus 31 Ländern in den Wintersportort Davos. Damals deutete kaum etwas darauf hin, dass das Managementtreffen eine der bekanntesten Wirtschaftsveranstaltungen überhaupt werden sollte. Doch seit 40 Jahren kommt die Elite zum Weltwirtschaftsforum - und wird von aller Welt beobachtet.

Ein deutscher Gründer

Der gebürtige Ravensburger Klaus Schwab hatte einst die Idee für das Weltwirtschaftsforum und führt die Veranstaltung bis heute. Der inzwischen 72-Jährige will auch das 50. Treffen an der Spitze miterleben, obwohl er dann schon 81 Jahre alt wäre.

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Quelle: AFP

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Holpriger Start

Als europäisches Managementforum startete Schwab die Veranstaltung im Jahr 1971. Ein Jahr später aber sah es so aus, als ob er scheitern würde. Die Zahl der Teilnehmer ging zurück, Hermann Josef Abs von der Deutschen Bank sollte die Veranstaltung leiten, sagte aber kurzfristig ab. Doch Schwab gab nicht auf und versuchte es 1973 und 1974 erneut. Die Zahl der Teilnehmer stieg auf 800, es war der Durchbruch. Die weltweite Wirtschaftskrise und der Ölpreisschock sorgten damals für Diskussionsstoff und Schlagzeilen. Es kamen in den folgenden Jahren nicht nur Manager, sondern zunehmend auch Politiker nach Davos und sorgten für Glanz. 1987 schließlich gab Schwab dem Treffen den heutigen Namen: Weltwirtschaftsforum.

Hans Modrow und Helmut Kohl

Quelle: picture-alliance / dpa

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Gipfeltreffen

Nur wenige Wochen nach dem Mauerfall fand in Davos im Januar 1990 ein historisches Gipfeltreffen statt: Bundeskanzler Helmut Kohl sprach in den Schweizer Bergen mit dem frischgewählten Ministerpräsident der DDR, Hans Modrow (links, Foto: dpa). Die beiden nutzten die Gelegenheit und diskutierten abseits des Zwangs eines diplomatischen Protokolls zum ersten Mal über eine deutsch-deutsche Währungsunion. Dass die Deutsche Einheit im Januar 1990 bereits so nahe war, ahnte damals kaum jemand. Immer wieder gab es in Davos Gipfeltreffen ohne großen Pomp: So reichten sich 1988 auch die eigentlich verfeindeten Premierminister der Türkei und Griechenlands, Turgut Özal und Andreas Papandreou, hier die Hände.

MANDELA

Quelle: ASSOCIATED PRESS

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Junge Führer

Spätestens seit Ende der achtziger Jahre hatte sich das Weltwirtschaftsforum fest etabliert. 1992 beispielsweise kam Nelson Mandela nach Davos, der zwei Jahre zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden war und bereits als Symbol für das Ende der Apartheid in Südafrika galt. Damals trat Mandela zum ersten Mal außerhalb seines Landes gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Südafrikas, Frederik Willem de Klerk, auf. Ein Jahr später sollten die beiden den Friedensnobelpreis erhalten. Seit 1992 gibt es in Davos auch die "Global Leaders of Tomorrow". Zu den Mächtigen von morgen, die jünger als 43 Jahre sein müssen, zählten damals Angela Merkel und Nicolas Sarkozy. Das eigene Forum existiert bis heute und ist erfolgreich.

ARAFAT

Quelle: AP

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Die größte Niederlage

Eine der größten Enttäuschungen gab es 2001: Palästinenser-Präsident Jassir Arafat  ließ damals völlig überraschend die Einigung mit den Israelis platzen. Arafat hielt eine seiner aggressivsten Reden gegen Israel und machte damit alle Hoffnungen zunichte.

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Quelle: AFP

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Davos in New York

Nur ein Mal fand das Weltwirtschaftsforum in den vergangenen 40 Jahren nicht in Davos statt. 2002 wurde die Veranstaltung nach New York verlegt, ins Waldorf-Astoria-Hotel mitten in Manhattan. Schwab wollte damit Solidarität mit den USA demonstrieren, nach den verheerenden Terrorangriffen auf das World Trade Center am 11. September 2001. Etwa 2700 Teilnehmer aus 102 Ländern trafen sich damals unter strengsten Sicherheitsbedingungen in New York und diskutierten die neue weltweite Situation. Immer wieder hatte es in den Jahren davor und danach auch Proteste gegen das Weltwirtschaftsforum in Davos gegeben, etwa von Globalisierungsgegnern. Die Sicherheitsmaßnahmen in den Schweizer Bergen wurden weiter verschärft.

Weltwirtschaftsforum in Davos - Merkel und Bono

Quelle: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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Bono und Merkel

Auch Popstars sollen dem Forum Glanz und Aufmerksamkeit verleihen. 2006 beispielsweise kam der irische Sänger Bono der Rockband U2. Der politisch aktive Globalisierungskritiker traf sich dort vor fünf Jahren unter anderem mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Sie sei "die richtige Frau" für den Kampf gegen die Armut, sagte Bono später. Auch die Schauspielerinnen Angelina Jolie und Sharon Stone, der Boxer Muhammad Ali und der Schlagersänger Udo Jürgens waren schon in Davos. Inzwischen hat das Weltwirtschaftsforum auch international expandiert. Rund um das Jahr werden in der Glas-Zentrale mit Blick auf den Genfer See Veranstaltungen und Treffen in allen Erdteilen vorbereitet - das Forum ist bereits ein globales Event.

To match Interview GATES-VACCINES/

Quelle: REUTERS

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Gates' großer Auftritt

Im vergangenen Jahr hatte Davos-Stammgast Bill Gates einen großen Auftritt: Der Microsoft-Gründer verkündete, die Stiftung, die er mit seiner Frau Melinda gegründet hatte, wolle zehn Milliarden Dollar für Impfstoffe für die armen Länder der Welt bereitstellen.

© SZ vom 26.01.2011/mel
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