Weltbild Gericht fordert Einigungsstelle

Die Geschäftsführung des angeschlagenen Buchhändlers Weltbild hat im Streit mit dem Betriebsrat um die künftige Ausrichtung des Unternehmens einen Erfolg eingefahren.

Von Stefan Mayr, Augsburg

Die Geschäftsführung des angeschlagenen Handelshauses Weltbild hat im Streit mit dem Betriebsrat um die künftige Ausrichtung des Unternehmens einen Erfolg eingefahren: Das Arbeitsgericht Augsburg ordnete die Einsetzung einer Einigungsstelle an. Diese soll die strittigen Punkte zwischen den neuen Eigentümern und den Arbeitnehmer-Vertretern ausräumen. "Wir begrüßen die Einrichtung der Einigungsstelle, um so den notwendigen Unternehmensumbau voranzutreiben", so die Weltbild-Geschäftsführung. Der Betriebsrat lehnt die Einigungsstelle ab und will Berufung einlegen. In dem Konflikt geht es um die Strategie der Gruppe, die Anfang 2014 Insolvenz angemeldet hatte. Der Investor Walter Droege hatte sie im Sommer von der katholischen Kirche übernommen. Nun fordern Droeges Manager weitere Entlassungen. Zu Beginn der Gerichtsverhandlung hatte Droeges Anwalt erstmals offiziell eine "Zielgröße" genannt: 593 Vollzeit-Stellen solle das Unternehmen langfristig nur noch haben.

Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags hatte Weltbild noch 2200 Mitarbeiter. Droege spaltete das Unternehmen auf: Die Logistik schob er unter das Dach seiner Also GmbH, die Verwaltung wurde in die neu gegründete Weltbild Retail GmbH überführt. Nach Weltbild-Angaben sind in der Gruppe knapp 1400 Mitarbeiter beschäftigt. In der Verwaltung sollen 60 weitere Stellen gestrichen werden - in der Logistik laut Betriebsrat etwa 200. Über die Berufung entscheidet das Landesarbeitsgericht München voraussichtlich im Mai.