AutoindustrieVolkswagens Strategiechef geht zu Mercedes

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Stefan Weckbach ist ein enger Vertrauter von VW- und Porsche-Chef Oliver Blume. Jetzt wechselt er zu Mercedes.
Stefan Weckbach ist ein enger Vertrauter von VW- und Porsche-Chef Oliver Blume. Jetzt wechselt er zu Mercedes. (Foto: Patrick Scheiber/Kegler; via www.imago-images.de/imago images)
  • Stefan Weckbach, bislang Strategiechef von Volkswagen, wechselt zu Mercedes und übernimmt die Leitung der Luxusmarke AMG.
  • VW-Chef Oliver Blume wollte Weckbach als Porsche-Chef, doch die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch gaben Michael Leiters den Vorzug.
  • Weckbach soll bei AMG die Elektro-Modelle vorantreiben und seinen neuen Job Anfang Juli 2026 antreten.
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Eigentlich wollte Oliver Blume ihn zum neuen Porsche-Chef machen. Doch nun übernimmt Stefan Weckbach die Leitung der Mercedes-Tochter AMG.

Von Tobias Bug und Stephan Radomsky

Stefan Weckbach, bislang Strategiechef von Volkswagen, wechselt zu Mercedes, wo er die Leitung der Luxusmarke AMG übernehmen soll. Die Personalie ist interessant, denn wäre es nach Oliver Blume gegangen, wäre Stefan Weckbach neuer Porsche-Chef geworden. Der Volkswagen- und Noch-Porsche-Vorstand hatte seinen langjährigen Wegbegleiter eigentlich zu seinem Nachfolger an der Spitze von Porsche auserkoren, für ihn war Weckbach die ideale Besetzung.

Anders sahen das offenbar die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, die in beiden Konzernen weiterhin den Ton angeben. Zu ähnlich und zu vertraut seien sich Weckbach und Blume, war zu hören. Also wenig Neuerung, dafür das Risiko eines zweiten Machtzentrums im Konzern. Und obendrein sei Weckbach unerfahren als Vorstand, er saß noch nie in einem Führungsgremium. Die Familien trauten ihm die Leitung nicht zu, zumal Porsche in einer seiner größten Krisen steckt, und gaben mit Michael Leiters einem anderen früheren Porsche-Mann den Vorzug, dem Vernehmen nach auch auf Rat von dessen früherem Ziehvater, Ex-Porsche-Boss Wendelin Wiedeking.

Seilschaften und Ränkespiele sind quasi Tagesgeschäft im weiten Reich der Porsches und Piëchs. Weckbach entzieht sich dem nun und wechselt nicht nach Zuffenhausen, sondern nach Affalterbach, gut 20 Kilometer weiter. Die Mercedes-Tochter AMG entwickelt dort die hochmotorisierten Varianten der Mercedes-Modelle, den Geländewagen G-Klasse und auch die Maybach-Versionen. Das margenstarke Geschäft ist wichtig für den Konzern: Während der Gesamtumsatz von Mercedes im vergangenen Quartal sank, stieg der Umsatz mit den Top-End-Modellen wie denen von AMG um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der AMG-Chefposten war für viele spätere Mercedes-Top-Manager ein Sprungbrett

Im Mercedes-Vorstand wird Weckbach nicht sitzen, sondern dort an den neuen Entwicklungsvorstand Jörg Burzer berichten. Für einige ehemalige AMG-Chefs war der Posten aber ein Sprungbrett: Der bisherige AMG-Chef Michael Schiebe ist seit Dezember Produktionschef im Konzern – und auch Mercedes-Vorstand Ola Källenius leitete früher die Luxusmarke in Affalterbach.

Weckbach verbinde tiefes Produktwissen mit großer strategischer Stärke und bringe eine außergewöhnlich breite Erfahrung in der Entwicklung und Ausrichtung von Performance- und Luxus-Segmenten mit, ließ sich Entwicklungschef Burzer in der Konzernmitteilung zitieren. „Er hat mehrfach bewiesen, dass er komplexe Fahrzeugprogramme ebenso souverän vorantreibt wie übergeordnete Konzern- und Produktprojekte.“

Als Strategiechef bei Volkswagen hatte Weckbach zum Beispiel das Gemeinschaftsunternehmen mit dem amerikanischen Elektro-Start-up Rivian vorangetrieben. Auch an dem Plan, VW bis 2035 zum technologisch führenden Autokonzern zu machen, war Weckbach maßgebend beteiligt gewesen. Vorher hatte er 15 Jahre bei Porsche gearbeitet und unter anderem das Vorstandsbüro von Blumes Vorgänger Michael Müller geleitet. Unter Blume hatte Weckbach dann die Baureihe des ersten elektrischen Porsche, des Taycan, geleitet.

Auch bei AMG soll er nun die Elektromodelle voranbringen. Der erste reine AMG-Elektrosportwagen, der AMG GT XX, soll nächstes Jahr präsentiert werden, vibrierende Sitze und simuliertes Geheule eines Achtzylinder-Verbrennermotors inklusive. Ob Weckbach dann schon in Affalterbach ist, steht noch nicht fest. Er soll seinen neuen Job Anfang Juli 2026 antreten.

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