Süddeutsche Zeitung

Was kommt:Mainz bleibt Mainz

Der Polit-Tross zur Einheitsfeier gastiert diesmal in Mainz. Die Termine der neuen Woche.

Ort der Handlung ist diesmal Mainz, das ehemalige römische Legionslager, die Stadt der Karolinger und Ottonen, immer wieder Schauplatz deutscher Geschichte. In der alten Bundesrepublik, der vor 1989, lag Mainz für viele Reisende auch immer noch irgendwie auf dem Weg ins Rheinland, nach Frankfurt und München. Mit der Deutschen Einheit hat sich der Mittelpunkt der Republik nach Osten verschoben, und die Mainzer leben eine gewisse Beschaulichkeit. Am kommenden Montag und Dienstag aber macht der große Polittross wieder dort Station, wo der Main in den Rhein fließt.

Traditionell finden die Feierlichkeiten zum 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, in dem Bundesland statt, das gerade die Bundesratspräsidentschaft innehat. In diesem Jahr ist das eben Rheinland-Pfalz, und der Tag steht im Zeichen von Schwarz-Rot-Gold, den Farben des 1832-er Festes auf Schloss Hambach , der "Wiege der deutschen Demokratie". Am Einheitsfeiertag übrigens erscheint die Süddeutsche Zeitung nicht gedruckt, wohl aber ständig aktualisiert im Netz.

Ganz woanders, ganz weit weg, tut sich derzeit Großes. In der Volksrepublik China kommt 2019 die verbindliche Elektroautoquote, das hat das Pekinger Industrieministerium dieser Tage bekannt gegeben. Zu den Profiteuren könnte ausgerechnet ein Mann aus Deutschland gehören: Carsten Breitfeld, Chef des Elektromobilitäts-Start-ups Byton. 20 Jahre lang war Breitfeld Ingenieur bei BMW. Zuletzt leitete er die Entwicklung des i8 - eines Sportwagens, der auch elektrisch fahren kann. Im Sommer 2015 wurde Breitfeld aus China kontaktiert: Er solle in Windeseile ein neues Auto bauen. Elektrisch betrieben und voll vernetzt. Am besten auf Augenhöhe mit Daimler, Audi und BMW. Geld? Kein Problem. Also machte sich Breitfeld auf den Weg - im Montagsinterview berichtet er unserem China-Korrespondenten Christoph Giesen von diesem Abenteuer.

Preisfrage: Wie sauber muss ein Krankenhaus sein? Welche Medikamente sind sinnvoll und welche nicht? Über viele wichtige Fragen der deutschen Gesundheitspolitik entscheidet nicht der Minister, sondern ein Gremium aus Ärzten und Krankenkassen. Die Ärztin Regina Klakow-Franck hat knapp fünf Jahre als unparteiisches Mitglied die Entscheidungen beeinflusst. Sie muss nun gehen. Viele sagen, weil sie zu kritisch und engagiert war - eben zu unparteiisch. Wie sie die Dinge sieht, erfahren die Leser im Mittwochsporträt.

Am liebsten sitzt Peter Wohlleben vor seinem Forsthaus in Hümmel im Rheinland. Seit er vor einigen Jahren einen Bestseller geschrieben hat, in dem er unter anderem erklärt, wie Bäume auf die Toilette gehen, kommt er dazu seltener. Dafür gibt er Interviews. Mit Angelika Slavik und Lea Hampel hat er darüber gesprochen, warum Umweltschutz besser funktioniert, wenn er wenig kostet, warum gesunder Wald rentabler ist und er als Ökobewegter trotzdem gern in Luxushotels wohnt: am Freitag im "Reden wir über Geld".

Was noch? Am Samstag, 7. Oktober, jährt sich der dritte Todestag des großen deutschen Schriftstellers Siegfried Lenz, dessen Worte so wunderbar auf diese erste Nachwahlwoche passen: "Vergangenheit hört nicht auf; sie überprüft uns in der Gegenwart."

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Quelle:
SZ vom 30.09.2017
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