Süddeutsche Zeitung

Was kommt:Analysten in London

Emmanuel Macron möchte, dass deutsche und französische Wirtschaft zusammenwachsen; und Siemens-Chef Kaeser muss einen Börsengang erklären.

Emmanuel Macron möchte, dass deutsche und französische Wirtschaft enger zusammenwachsen, auch die Banken. Dabei gibt es sie bereits: die deutsch-französische Bankengruppe. Philipp Oddo, 58, hat in den vergangenen drei Jahren drei Geldhäuser in Deutschland gekauft, darunter die traditionsreiche BHF-Bank, Kann das gutgehen? Oddo sagt im Montagsinterview: "Bien sûr". In Frankfurt beantwortete er ansonsten fast alle Fragen auf Deutsch.

Der Name des Unternehmens ist gewöhnungsbedürftig: Siemens Healthineers. Das lässt sich nur schwer unfallfrei aussprechen. Klar ist aber: Wenn Siemens im Frühjahr seine Gesundheitssparte an die Börse bringt, wird dies der größte Börsengang hierzulande seit der Telekom. Am Dienstag wird Siemens mehr dazu verraten, beim Kapitalmarkttag in London. Die Investoren würden auch gern wissen, wie viele Aktien verkauft werden: Nur 15 Prozent? Oder doch eher 25 Prozent? Auch davon hängt ab, ob sie - wie einst Manfred Krug in der Telekom-Werbung - sagen: "Da geh ich mit."

Renate Pilz, 77, ist eine ungewöhnliche Unternehmerin. Nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes 1975 führte sie die Firma gegen den Rat vieler Freunde weiter, obwohl sie zuvor nur Hausfrau war und keine Ahnung von der Branche hatte. Sie baute die Pilz GmbH aus Ostfildern bei Stuttgart zum global agierenden Marktführer für Sicherheitstechnik mit mehr als 2200 Mitarbeitern aus. Nun übergab sie nach mehr als 40 Jahren die Geschäfte an ihre Kinder Susanne und Thomas. Wie die "Herrin des roten Knopfs" dabei stets ihren christlichen Werten treu blieb, beschreibt Stefan Mayr im Mittwochsporträt.

Holger Stanislawski war nie ein Durchschnittstyp. Als Fußballtrainer schrieb er einst für seine Spieler Gedichte, um ihre individuellen Macken und Qualitäten zu würdigen. Mittlerweile leitet er einen eigenen Supermarkt in Hamburg und beschäftigt dort gut 130 Mitarbeiter. Gedichte kriegen die zwar nicht von ihm, aber dafür haben sie einen Chef mit Sinn für die richtige Perspektive: Bei ihm würden schwerreiche Manager ebenso einkaufen wie Menschen, die mit Hartz-IV auskommen müssten, erzählt Stanislawski im "Reden wir über Geld"-Interview am Freitag. "Nirgendwo lernt man mehr über den Wert des Geldes als im Supermarkt."

Dara Khosrowshahi, der Chef des Fahrdienstvermittlers Uber, der Wissenschaftler und Buchautor Andy McAfee ("The Second Machine Age"), Rose McGowan, Schauspielerin und eine der Leitfiguren der #MeToo-Bewegung - sie und viele andere prominente Sprecher sind bei der DLD-Konferenz des Burda-Verlages in München zu Gast. In diesem Jahr geht es schon am Samstagabend los, einen Tag früher als sonst. Denn viele Besucher fahren nach der dreitägigen Konferenz gleich weiter zum Weltwirtschaftsforum nach Davos, das am Dienstag, 23. Januar, beginnt.

Was noch? Am 14. Januar 1622, also kommenden Sonntag vor 396 Jahren, wurde der berühmte französische Komödiendichter und Schauspieler Molière geboren. Im Hinblick auf das manchmal groteske Treiben im Weißen Haus und anderswo in der Welt erinnert man sich gern an einen Satz von ihm: "Wohin du schaust und greifst, liegt Stoff für tausend Possen."

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SZ vom 13.01.2018
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