MeinungPsychologieWarten nervt, aber es lohnt sich

Portrait undefined Kerstin Bund

Essay von Kerstin Bund

Lesezeit: 6 Min.

Wart’s ab: Ein Plädoyer fürs Warten.
Wart’s ab: Ein Plädoyer fürs Warten. Olivia von Pilgrim

Zwischen Karfreitag und Ostern liegt ein Tag des Stillstands. Ausgerechnet das Warten, das wir in einer auf Produktivität getrimmten Welt um jeden Preis vermeiden wollen, ist ein unerwarteter Gewinn.

Zwischen Wunsch und Erfüllung liegt eine der zeitraubendsten Tätigkeiten des Lebens: das Warten. Im Grunde ist das Leben eine einzige Warteschleife. Wir warten auf die kleine Belohnung oder auf die große Liebe. Auf die kurze Verschnaufpause oder den lang ersehnten Urlaub. Auf den Beginn einer aufregenden Karriere oder auf das Ende eines zermarternden Berufslebens. Auf die Ankunft eines Kindes oder auf die Erlösung durch den Tod. Warten ist Hoffen. Im Grunde heißt Warten: Leben.

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