MedienInvestor Buffett steigt bei der „New York Times“ ein

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Investor Warren Buffett gilt vielen als Orakel (Archivbild aus dem Jahr 2019).
Investor Warren Buffett gilt vielen als Orakel (Archivbild aus dem Jahr 2019). Nati Harnik/AP
  • Warren Buffetts Berkshire Hathaway kauft Anteile an der New York Times im Wert von etwa 350 Millionen Dollar.
  • Buffett hatte 2020 sein Zeitungsgeschäft verkauft, sieht aber nur wenige Zeitungen wie die New York Times langfristig überlebensfähig.
  • Gleichzeitig reduziert Berkshire Hathaway seine Beteiligungen an Apple um vier Prozentpunkte und an Amazon um über 75 Prozent.
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Die Entscheidungen des legendären US-Finanziers gelten vielen als wegweisend. Jetzt setzt er auf das Zeitungs- und Mediengeschäft. Andere Techaktien verkauft er überraschend.

Von Caspar Busse

Warren Buffett ist ja nicht irgendein Investor. Der inzwischen 95-Jährige gilt als einer der erfolgreichsten Geldgeber überhaupt, bei vielen hat er Kultstatus. Wenn er oder seine amerikanische Investmentholding Berkshire Hathaway bei einem Unternehmen ein- oder aussteigen, hat das oft Signalwirkung. Hat er da etwas entdeckt, das für gute Renditen und Kursgewinne steht? Das fragen sich dann viele andere Investoren. Auch deshalb lässt die jüngste Pflichtmitteilung von Berkshire Hathaway an die US-Börsenaufsicht SEC aufhorchen.

Der Mitteilung zufolge ist die Gesellschaft von Warren Buffett zurück im Zeitungsgeschäft. Sie hat Anteile an der New York Times gekauft. Berkshire Hathaway hielt den Angaben nach zum Jahresende 2025 etwa fünf Millionen Aktien an dem renommierten Zeitungs- und Nachrichtenhaus. Zusammen haben die einen Wert von etwa 350 Millionen ⁠US-Dollar. Die Aktie der New York Times stieg daraufhin.

Das vierte Quartal 2025 war das letzte, in dem Buffett persönlich Vorstandschef von Berkshire Hathaway war. 60 Jahre lang hatte er diesen Posten inne. Zum 1. Januar 2026 übernahm sein Nachfolger Greg ‌Abel die Führung. Aus der jüngsten Mitteilung geht nicht hervor, ob die Investition in die New York Times von ‌Buffett persönlich, seinem Nachfolger Abel ‌oder einem der Portfoliomanager getätigt wurde.

Signal könnte sein, dass Investitionen in Zeitungen sich wieder lohnen

Buffett trägt den Spitznamen das „Orakel von Omaha“, benannt nach seinem Geburtsort im US-Bundesstaat Nebraska. Und egal, ob er das Geld selbst investiert hat oder nicht: Das Signal könnte sein, dass Investitionen in Zeitungs- und Medienhäuser sich jetzt wieder lohnen. Zuletzt gab es da immer wieder Probleme. Der Umstieg vom herkömmlichen Print- zum Digitalgeschäft macht nach wie vor Schwierigkeiten, in den USA genauso wie weltweit. Die Washington Post, neben der New York Times eines der wichtigen politischen Zeitungshäuser in den USA, hat gerade erst einen immensen Abbau von Mitarbeitenden bekannt gegeben. Ganze Abteilungen sollen geschlossen und das publizistische Angebot ausgedünnt werden. Die Washington Post gehört dem Amazon-Gründer Jeff Bezos.

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Buffett galt lange als ein Verfechter der Zeitungsbranche. 2020 verkaufte er dann das Zeitungsgeschäft von Berkshire Hathaway. Das umfasste bis dahin vor allem Regionaltitel. Bereits 2018 ‌hatte Buffett allerdings erklärt, dass seiner Meinung nach nur ‌die New York Times, das Wall Street Journal und möglicherweise die Washington Post über ausreichend starke digitale Geschäftsmodelle verfügten, um langfristig zu überleben. Nur sie könnten die sinkenden Print- und Werbeeinnahmen ausgleichen. Das Wall Street Journal gehört dem Konzern von Rupert Murdoch, es gibt aber immer wieder Verkaufsspekulationen.

Gleichzeitig gab Berkshire Hathaway bekannt, dass andere wichtige Beteiligungen reduziert worden seien. Die Milliardenbeteiligungen seiner Holding reichen vom Eisenbahn- bis zum Versicherungsgeschäft. Der Anteil am iPhone-Hersteller Apple hat die Holding nun um vier Prozentpunkte reduziert. Den Glauben an eine gute Zukunft des Onlinehändlers Amazon haben die Investoren um Buffett offenbar auch verloren: Die Beteiligung wurde der Mitteilung nach um mehr als 75 Prozent reduziert.

Bei Amazon war Buffett 2019 eingestiegen, noch vor der Corona-Pandemie, die für den Onlinehandel einen sehr starken Aufschwung brachte. Buffett hatte damals erklärt, dass er angesichts seiner bisherigen Zurückhaltung gegenüber Technologiewerten „ein Idiot gewesen sei, nicht früher“ Aktien des Onlinekonzerns gekauft zu haben. Aktuell hält Berkshire Hathaway nun noch rund 2,3 Millionen Amazon-Aktien. Weitere Einzelheiten zu den Investitionen von Berkshire werden für Ende Februar im Jahresbericht des Unternehmens erwartet.

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