Warenhauskonzern Kaufhof geht für 2,8 Milliarden Euro an Hudson's Bay

Gekauft: Der kanadische Handelskonzern Hudson's Bay zahlt 2,8 Milliarden Euro für Kaufhof.

(Foto: Bloomberg)
  • Die kanadische Kaufhauskette Hudson's Bay übernimmt die Kaufhof-Warenhäuser.
  • Der Kaufpreis betrage 2,825 Milliarden Euro, teilte die bisherige Kaufhof-Mutter Metro mit.
  • Damit stechen die Kanadier den Karstadt-Eigner René Benko aus, der ebenfalls für Kaufhof geboten hatte.
  • Die Gewerkschaft Verdi äußerte vor dem Deal Bedenken, stimmte dem Verkauf am Ende aber zu.

Deutsche und belgische Warenhäuser verkauft

Der Handelskonzern Metro verkauft seine Warenhaustochter Kaufhof für etwa 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay. Das teilte die Metro AG am Morgen in Düsseldorf mit.

Die Vereinbarung umfasst der Mitteilung zufolge das in Deutschland vornehmlich unter Galeria Kaufhof sowie in Belgien unter Galeria Inno operierende Warenhausgeschäft und die dazugehörenden Immobilien. Die Transaktion werde voraussichtlich Ende September 2015 abgeschlossen sein.

Benko verliert das Bieterrennen

Damit stechen die Kanadier den Karstadt-Eigner René Benko aus, der ebenfalls für Kaufhof geboten hatte. Benkos Unternehmen Signa Retail soll früheren Medienberichten zufolge ein Angebot in ähnlicher Höhe abgegeben haben. Im Bieterkampf um Kaufhof hatte die Signa Retail zuletzt versucht, mit einer Job- und Standortgarantie zu punkten. Im Falle der Zusammenführung beider Warenhausketten unter einem Dach würde Signa mit beiden Namen weiterarbeiten, hatte Karstadt-Chef Stephan Fanderl angekündigt.

Doch der Verkauf an die Kanadier hatte sich schon Ende der vergangenen Woche abgezeichnet. Auch der Erlös von knapp drei Milliarden Euro ist nach dem Bieterrennen, das in den vergangenen Wochen immer heftiger geworden war, keine Überraschung mehr.

Hudson's Bay will keine Standorte schließen

Hudson's Bay, gegründet 1670, ist nach eigenen Angaben Nordamerikas ältestes Unternehmen. Der Konzern betreibt in den USA und Kanada mehr als 300 Warenhäuser und Fachgeschäfte. Zum Firmenimperium gehört auch die bekannte US-Warenhauskette Saks Fifth Avenue. Die Übernahme von Kaufhof ist ein erster Schritt auf den europäischen Markt.

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Hudson's Bay wolle alle 21 500 Mitarbeiter von Kaufhof behalten und keine Standorte schließen, teilten beide Unternehmen mit. Die Hauptverwaltung von Kaufhof bleibe in Köln. Zudem wollen die Kanadier mit dem bestehenden Management-Team von Kaufhof weitermachen.

Kaufhof betreibt knapp 140 Waren- und Sporthäuser in Deutschland und Belgien. Im Geschäftsjahr 2013/14 setzte die Kette etwa 3,1 Milliarden Euro um. Konkurrent Karstadt betreibt noch gut 80 klassische Warenhäuser.

Schon vor der Entscheidung für einen Käufer hatte es geheißen, dass rund zwei Drittel des gebotenen Kaufpreises auf die 61 Kaufhof-Immobilien entfallen, die noch im Eigenbesitz des Warenhauskonzerns sind. Das zeigt: Die Immobilien sind offenbar das Wertvollste an Kaufhof.

Verdi warnt vor Einschnitten

Vor dem Verkauf von Kaufhof hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Forderungen an die internationalen Bieter gestellt. In einem Schreiben an die Interessenten fordert die Gewerkschaft rechtsverbindliche Zusicherungen. "Die Beschäftigten von Galeria Kaufhof haben einen Anspruch darauf, dass sie die Sicherheit ihrer tariflichen Einkommen und Arbeitsplätze nicht nur mündlich zugesichert bekommen", sagte Verdi-Bundesvorstand Stefanie Nutzenberger in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung.

Verdi fordert neben der Tarifbindung die Zusage, dass in den kommenden fünf Jahren keine Häuser geschlossen werden und die Mitbestimmungsstruktur erhalten bleibt. Auch sollen betriebsbedingten Kündigungen ausgeschlossen werden. Ausgenommen seien die Häuser, deren Aus bereits eingeleitet wurde.

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Offenbar waren die Pläne von Hudson's Bay am Ende auch aus Gewerkschaftssicht überzeugend genug - Verdi stimmte dem Verkauf von Kaufhof am Montagmorgen zu.