Waffenindustrie in den USA – Freedom Group

Der Attentäter von Newtown tötete unter anderem mit einem Schnellfeuergewehr von Bushmaster. Das einst eigenständige Unternehmen gehört wie die berühmten Gewehrhersteller Remington und Marlin heute zur Freedom Group. Die ist der verschwiegenste Spieler auf dem US-Waffenmarkt und kaufte in den vergangenen Jahren eine Waffenfirma nach der anderen auf. Mittlerweile macht sie 775 Millionen Dollar Umsatz. 3000 Menschen arbeiten für das Unternehmen mit dem amerikanischen Adler im Logo. Hinter ihr steht die Privat-Equity-Firma Cerberus. Dass ein Wall-Street-Unternehmen traditionsreiche Waffenmarken aufkauft, trieb manche Waffennarren zu Verschwörungstheorien. Gerüchte, der liberale Milliardär George Soros stecke hinter Cerberus und wolle die Waffenindustrie von innen zerstören, wurden laut. So laut, dass die National Rifle Association (NRA), irgendwann ihren Mitglieder versichern musste, die Besitzer der Freedom Group seien auf ihrer Seite. Dass Cerberus, benannt nach dem Höllenhund aus der griechischen Mythologie, politische Interessen hegt, ist zweifelhaft. Orientiert am Profit machten die Unternehmen der Finanzfirma im vergangenen Jahr 40 Milliarden Dollar Umsatz -fast so viel wie Coca-Cola. Bushmaster zahlte 2004 mehr als eine halbe Million Dollar an Angehörige der des Washington-Heckenschützen (im Bild ein FBI-Agent mit der Tatwaffe während des Prozesses). Eine Mitschuld gestand die Firma aber nicht ein. Nach dem Amoklauf von Newtown gab Cerberus bekannt, die FreedomGroup verkaufen zu wollen.

Bild: DPA/DPAWEB 17. Dezember 2012, 15:372012-12-17 15:37:34 © Süddeutsche.de/gba