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Wachstumsprognose:Italien rechnet mit scharfer Rezession

Rückschlag im Kampf gegen die Schuldenkrise: Italiens Wirtschaft wird in diesem Jahr doppelt so stark schrumpfen wie bisher angenommen, erklärt die Regierung. Auch 2013 schafft es das Land demnach nicht aus der Rezession. Ministerpräsident Monti gibt sich dennoch optimistisch.

Italien wird wegen der Rezession in diesem und im kommenden Jahr deutlich mehr Schulden machen als bislang veranschlagt. Die Regierung erklärte in Rom, die Wirtschaftsleistung werde in diesem Jahr um 2,4 Prozent schrumpfen und damit doppelt so stark wie bisher angenommen.

Italian Prime Minister Mario Monti news conference in Rome

Ministerpräsident Mario Monti hat keine guten Neuigkeiten: die Wirtschaftsleistung Italiens werde in diesem Jahr um 2,4 Prozent schrumpfen, teilte die Regierung in Rom mit. 

(Foto: dpa)

Für 2013 rechnet die Regierung mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent. Zuvor hatte Rom für das kommende Jahr ein leichtes Wachstum von 0,5 Prozent vorausgesagt.

Trotz der Prognosen sei der Trend für die zweite Hälfte des Jahres 2013 positiv und "wir können das Licht der Erneuerung sehen", sagte der italienische Ministerpräsident Mario Monti.

Der Regierungschef hat eine Reihe von Sparmaßnahmen durchgesetzt, um Italien aus den Schulden zu holen. Das italienische Haushaltsdefizit wird in diesem Jahr voraussichtlich auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Für das kommende Jahr wird ein Wert von 1,8 Prozent* erwartet.

Trotz der Eintrübung der Wirtschaft habe Italien weiter nicht die Absicht, EU und EZB um finanzielle Hilfe zu bitten, erklärte Wirtschaftsminister Vittorio Grilli nach Vorlage der neuen Prognose.

Grilli wird in der kommenden Woche nach Frankfurt reisen, um sich dort mit Bundesbank-Chef Jens Weidmann zu treffen.

Anfang des Monats hatte Weidmann als einziges Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) gegen ein neues Programm zum Kauf von Staatsanleihen gestimmt. Von einem solchen Programm könnte auch Italien profitieren, falls es sich doch zu einem Hilfsantrag entschließen sollte.

*Anmerkung der Redaktion: Die Nachrichtenagentur Reuters hatte hier zunächst einen falschen Wert gemeldet, 1,6 Prozent. Das Defizit 2013 soll aber bei 1,8 Prozent liegen.