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Wachstum:Dämpfer für Ifo-Index 

Die Konjunktur schwächelt - doch nicht so stark, wie viele Experten angesichts der VW-Affäre und der Schwäche von Chinas Wirtschaft erwartet hatten.

Die Stimmung der deutschen Firmenchefs trübte sich im Oktober nur leicht ein: Der entsprechende Ifo-Index für das Geschäftsklima fiel um 0,3 auf 108,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte. Die Forscher befragen jeden Monat 7000 Manager. Damit endete eine Serie von drei Anstiegen in Folge, doch hatten Ökonomen wegen der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen und der schwächeren Nachfrage aus Schwellenländern wie China einen noch stärkeren Rückgang erwartet. "Die deutsche Konjunktur zeigt sich erstaunlich widerstandsfähig gegenüber den vielfältigen Herausforderungen des Herbstes", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "So ist die Automobilindustrie vom VW-Skandal unbeeindruckt."

Der Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers geht allein auf die etwas schlechtere Bewertung der aktuellen Geschäftslage zurück. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate bewerteten die Führungskräfte dagegen so gut wie seit März 2015 nicht mehr. In den einzelnen Wirtschaftszweigen verlief die Entwicklung unterschiedlich. Bei den Dienstleistern und in der Baubranche verbesserte sich die Stimmung, während sie im Großhandel stabil blieb. Im Einzelhandel und in der Industrie zeigte das Barometer nach unten. Dabei beurteilten die Manager in der Industrie die Lage etwas schlechter, die Aussichten dagegen besser.

Das Geschäftsklima im Automobilsektor hellte sich trotz des VW-Skandals sogar auf. "Die Produktion soll gesteigert werden", sagte Sinn. "Nur vom Export werden keine weiteren Impulse mehr erwartet." Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe ergänzte: "Falls weniger Volkswagen-Fahrzeuge verkauft werden, wird das offenbar von den Absatzzahlen der anderen deutschen Hersteller kompensiert." Volkswirte sehen die Wirtschaft weiter im Aufwind. Auch die Bundesbank schließt sich dem Urteil an.

Reuters