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VW und Porsche:Alles wird gut

Aus und vorbei: Porsche verliert nach acht Jahrzehnten seine Unabhängigkeit und reiht sich als zehnte Marke in den VW-Konzern ein - eine echte Chance.

Alles ist aus, aber alles wird gut. So lässt sich die Zukunft von Porsche beschreiben, dem Hersteller besonders schneller Autos, der nun unter das Dach von Volkswagen schlüpft. Aus und vorbei ist nach acht Jahrzehnten die Unabhängigkeit des kleinen schwäbischen Familienunternehmens, das seine Produkte emotional so auflädt, dass die Kundschaft gern bereit ist, dafür einen ordentlichen Aufschlag zu entrichten. Bis zu zwanzig Prozent betrug die Gewinnspanne des profitabelsten Autoherstellers der Welt in seinen guten Zeiten.

Volkswagen, Porsche, dpa

Porsche - künftig die zehnte Marke im VW-Verbund.

(Foto: Foto: dpa)

Die guten Zeiten sind vorbei auch bei Porsche, und das bekanntlich nicht nur wegen der Finanzkrise, die es immer weniger Börsenhändlern erlaubt, sich mit einem kostbaren Sportwagen selbst zu belohnen. Weniger die Zockerei der Käufer, sondern die Börsenspielchen der dafür gefeuerten Porsche-Manager Wendelin Wiedeking und Holger Härter steuerten Porsche in den Notverkauf an Volkswagen. Die Unabhängigkeit der renommierten Marke - einfach so verspielt. Eigentlich war es ja umgekehrt geplant gewesen, und mehrere Jahre lang sah es auch so aus, als könnte der heuschreckenartige Coup gelingen, VW zu kaufen und die Kosten dafür dann auch noch dem Wolfsburger Konzern aufzubürden.

Nun also wird Porsche eine Marke von VW. Das ist nicht so furchtbar, wie es klingt. Immerhin sind auch Bentley und Lamborghini Erzeugnisse von Volkswagen. Und Audi verdient selbst in der Krise richtig Geld - vielleicht liegt es an der relativen Freiheit in der Geborgenheit des Großkonzerns mit all den Vorteilen, die bei den Kosten erheblich sind. Es muss also bei Porsche nicht so schlecht laufen wie bei Saab und GM oder wie bei Volvo und Ford.

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