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Volkswagen:Dieselstreit abhaken, Google angreifen

Herbert Diess und Hans Dieter Pötsch

Konzernchef Herbert Diess (re.) und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch auf einem Archivbild von 2020.

(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Die alte Affäre überschattet die VW-Hauptversammlung. Chef Diess redet lieber über etwas anderes.

Nur virtuell trafen am Donnerstag bei Volkswagen Aktionäre, Aufsichtsrat und Vorstand aufeinander. Der Aufsichtsrat warb bei den Aktionären für den Vergleich mit den ehemaligen Vorständen in der Diesel-Affäre und setzte sich trotz einiger Bedenken durch. Martin Winterkorn zahlt demnach 11,2 Millionen Euro, Ex-Audi-Chef Rupert Stadler 4,1 Millionen Euro.

Insgesamt sollen gut 288 Millionen Euro zurückfließen an das Unternehmen, von Haftpflichtversicherern und aus persönlichen Beiträgen der ehemaligen Manager. "Zwar übersteigt der durch die Dieselthematik entstandene Gesamtschaden von über 32 Milliarden Euro die Beiträge deutlich", sagte IG-Metall-Chef und VW-Aufsichtsrat Jörg Hofmann. Dieser Schaden sei aber nur zu einem vergleichsweise geringen Teil Winterkorn und Stadler zuzurechnen.

VW-Vorstandschef Herbert Diess hat große Ziele für die Software-Sparte Cariad. "Mit der Cariad wollen wir bis 2030 die führende Software-Alternative zu Tesla und Google entwickeln", sagte Diess auf der Hauptversammlung. Der Umbau für die E-Mobilität soll aus dem operativen Geschäft finanziert werden, der Verkauf von Unternehmensteilen stehe nicht im Fokus. Bis 2030 solle der weltweite Markt für batteriegetriebene Fahrzeuge die Verbrenner-Autos auch beim Absatz eingeholt haben. "E-Autos werden dann deutlich günstiger als Verbrenner sein", sagte Diess.

Anschieben will Europas größter Autokonzern die Elektro-Offensive durch weitere Einsparungen, die Ausweitung der schon bei Verbrennern eingeführten Plattformstrategie sowie digitale Mobilitätsdienste. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Hälfte der Neuwagenflotte aus Elektroautos bestehen, um die schärferen Klimavorgaben zu erfüllen. Belastet wird VW nach wie vor vom Mangel an Chips. Eine hohe sechsstellige Zahl an Autos habe nicht deshalb produziert werden können.

© SZ vom 23.07.2021 / dpa/Reuters
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