Volkswagen VW-Chef Müller steht vor dem Aus

Noch ist Matthias Müller Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG.

(Foto: AP)

Nach der Diesel-Affäre wollen die VW-Eigentümerfamilien einen Strategiewechsel im Konzern. Nachfolger soll offenbar Markenchef Diess werden. Die Aktie des Autobauers legt kräftig zu.

Volkswagen-Chef Matthias Müller steht vor der Ablösung. Wie der Autohersteller am Dienstag mitteilte, soll die Konzernspitze umgebaut werden. Aus dem Umfeld von Müller heißt es, dass er dabei seinen Posten räumen wird. Die Entscheidung darüber soll in der Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag fallen. Insidern zufolge soll Markenchef Herbert Diess die Nachfolge von Müller antreten. Müllers Vertrag läuft eigentlich noch bis 2020.

Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass die Besitzerfamilien Porsche und Piëch die Strategie des Konzerns verändern wollen. Dabei dürfte es nach Informationen der Süddeutschen Zeitung auch um Umbaupläne wie eine mögliche Abspaltung des Lkw-Geschäfts gehen. Die Diesel-Affäre soll keine Rolle beim geplanten Führungswechsel spielen.

In der Pressemitteilung des Konzerns ist von einer Weiterentwicklung der Führrungsstrukturen die Rede: "Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören." Matthias Müller habe seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken, heißt es bei VW. Die Aktie des Konzerns legte nach Bekanntwerden der Pläne um knapp fünf Prozent zu.

Über einen Umbau bei Volkswagen gibt es schon lange Spekulationen, der riesige Konzern erwirtschaftet zwar hohe Gewinne, kämpft jedoch mit komplexen Strukturen und den Folgen der Abgasaffäre. Außerdem erfordern die Elektromobilität und die Vernetzung viele Veränderungen, der Konzern investiert hier bereits Milliarden.

Gleichzeitig mit Volkswagen ging die Beteiligungsgesellschaft Porsche SE an die Öffentlichkeit und teilte mit, dass Veränderungen im VW-Vorstand auch zu Änderungen im Vorstand bei Porsche führen könnten. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Firma hält gut 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen.

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