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Vor EZB-Sitzung:Inflation rutscht auf 0,3 Prozent

Rome As Italy Returns To Recession In Second-Quarter

Die Inflation in Europa steigt kaum noch.

(Foto: Bloomberg)
  • Die Preise in der Euro-Zone steigen kaum noch: Die Inflation betrug im September nur 0,3 Prozent.
  • Die Europäische Zentralbank strebt eigentlich einen Wert knapp unter zwei Prozent an. Sie gibt am Donnerstag Details bekannt, wie sie Wertpapiere in Milliardenhöhe kaufen will.

Inflation fällt auf 0,3 Prozent

Die Inflation im Euro-Raum geht wegen sinkender Energiepreise weiter zurück. Die jährliche Inflationsrate betrug im September 0,3 Prozent, das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat in einer ersten Schätzung in Luxemburg mit (PDF).

Schon für den August hatte Eurostat zunächst eine Preissteigerungsrate von 0,3 Prozent geschätzt. Diese frühen Werte sind nur eine Näherung und können somit später korrigiert werden. Die August-Inflation sieht Eurostat nun bei 0,4 Prozent.

Warum steigen die Preise kaum noch?

Niedriger war die Inflation zuletzt nur während der Finanzkrise im Herbst 2009. Die Preise steigen während großer Krisen in der Regel langsam oder sinken gar, weil viele Menschen arbeitslos werden und sich kaum noch etwas leisten können. Die Händler halten die Preise möglichst niedrig, um überhaupt noch etwas zu verkaufen. Mitarbeiter können in Krisenzeiten kaum höhere Löhne durchsetzen, somit haben sie auch nicht mehr Geld zu Verfügung, um Produkte zu kaufen, deren Preise steigen.

Die fallende Inflation könnte nun ein Hinweis darauf sein, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone nach der Banken- und der Schuldenkrise nun bereits zum dritten Mal binnen weniger Jahre erlahmt (mehr dazu hier). Die Arbeitslosigkeit bleibt in vielen Ländern hoch, die Rate verharrte im Juli im Euro-Raum bei 11,5 Prozent (PDF).

EZB-Chef Draghi will Milliarden in die Wirtschaft pumpen

Die Europäische Zentralbank möchte, dass die Inflationsrate im Schnitt knapp unter zwei Prozent liegt. Davon ist die Euro-Zone aber nun weit entfernt. EZB-Präsident Mario Draghi hatte den Leitzins Anfang September überraschend auf 0,05 Prozent gesenkt. Außerdem will die Zentralbank Wertpapiere in Milliardenhöhe kaufen. Die EZB will Banken Pfandbriefe und sogenannte ABS-Papiere abnehmen (mehr dazu hier). Die EZB hofft, dass die Geldhäuser dann mehr Kredite vergeben. Das soll der schwächelnden Wirtschaft in der Euro-Zone helfen - und könnte auch die Inflation wieder steigen lassen. An diesem Donnerstag will die EZB Details zu ihrem Plan bekanntgeben.

Euro fällt erstmals seit zwei Jahren unter 1,26 Dollar

Die Finanzmärkte reagieren auf die Inflationsdaten. Der Euro ist erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 1,26 US-Dollar gefallen. Er sank zeitweise auf 1,2590 Dollar und erreichte so den niedrigsten Stand seit September 2012. Im frühen Handel hatte der Euro noch über der Marke von 1,27 Dollar notiert.

© Südedeutsche.de/dpa/bbr/sry

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