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Volkswagen:VW forciert Elektro-Strategie

Assembly of Volkswagen's ID.3 Electric Vehicle

Letzte Handgriffe: ein neuer ID.3 im Werk in Dresden. Volkswagen will weniger abhängig von externen Zelllieferanten werden.

(Foto: Liesa Johannssen-Koppitz/Bloomberg)

Der Konzern steckt 500 Millionen Euro in die Batteriezell-Firma Northvolt.

Der VW-Konzern hat eine zusätzliche halbe Milliarde Euro in seinen Batteriezell-Partner Northvolt investiert. Die Wolfsburger schlossen sich damit einer Finanzierungsrunde bei dem schwedischen Unternehmen an, das bis vor Kurzem auch am Aufbau einer Zellfertigung in Salzgitter beteiligt war.

Wie Volkswagen am Mittwoch berichtete, sammelte Northvolt insgesamt 2,75 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 2,26 Milliarden Euro) ein, um die Produktion, das Recycling sowie die Entwicklung von Batteriezellen auszubauen. Durch die Anpassung der eigenen Anteile hält der deutsche Konzern weiter ein Fünftel. Der Partner errichtet in Skellefteå eine Fabrik für Hochleistungszellen, deren Kapazität von 40 auf 60 Gigawattstunden (GWh) erweitert wird. 2023 soll dort die Fertigung beginnen. Für VW seien dabei weiter 40 Gigawattstunden vorgesehen, hieß es. Die VW-Aktie gab am Mittwoch erneut leicht nach auf rund 230 Euro, nachdem sie in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt hatte.

Der größte europäische Autokonzern hatte im vergangenen Jahr auch seine Planungen für Salzgitter konkretisiert, von wo aus das Auto-Volumengeschäft mit einer "Einheitszelle" bedient werden soll. Hier hatte VW nach einer ersten Investitionstranche von gut einer Milliarde Euro weitere 450 Millionen Euro und ebenfalls eine geplante Kapazitätserhöhung auf 40 GWh den Weg gebracht. Ab 2025 soll die niedersächsische Komponentenfabrik, die bisher Verbrennungsmotoren produziert, auch Zellen für E-Fahrzeuge fertigen. Zunächst war dafür Anfang 2024 vorgesehen. VW will die Anlagen hier künftig allein betreiben. Eine Linie für Prototypen und ein Forschungszentrum gibt es bereits, auch das Batterie-Recycling soll von Salzgitter aus gesteuert werden. Über 1000 neue Jobs entstehen.

Die Pläne sind Teil eines größer angelegten Vorhabens, um die Abhängigkeit von externen Zelllieferanten vor allem aus Asien zu verringern. Im März hatte VW bei einem aufwändig inszenierten "Power Day" angekündigt, in Europa bis 2030 mit Partnern insgesamt sechs Batteriezellwerke hochziehen zu wollen, um den steigenden Bedarf zu decken. Die vier weiteren Standorte neben Salzgitter und Skellefteå stehen offiziell noch nicht fest, entsprechende Beratungen laufen zurzeit. Gute Chancen soll etwa die Seat-Zentrale im spanischen Martorell haben. Auch eine mögliche Zellfertigung in Osteuropa ist im Gespräch. VW-Tochter Porsche würde gern in Tübingen ein Hochleistungszellwerk bauen. VW prüft darüber hinaus mit dem US-Partner Quantumscape die Produktion von Feststoffbatterien, ebenfalls in Salzgitter. Diese enthalten beispielsweise Keramik-Elemente und gelten als Hoffnungsträger gegenüber der Lithium-Ionen-Technik, um höhere Reichweiten und schnellere Ladezeiten zu erzielen.

© SZ vom 10.06.2021 / Reuters
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