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Volkswagen in Italien:Noch gibt es Verträge mit anderen

Erste Projekte mit Giugiaro gibt es bereits. Klar ist, dass Giugiaro bald nur noch für VW arbeiten wird. Aber noch gibt es Verträge mit anderen. Die Designer, die den Golf gemacht haben, den Fiat Panda, den Uno und den Alfa Romeo Brera, sind noch bis ins nächste Jahr an BMW gebunden. Man kooperiert beim Mini, gleichzeitig halten die Italiener Partnerschaften unter anderem in den USA, China und Malaysia. Der Weg vom inhabergeführten Unternehmen zur VW-Tochter - für Giugiaro ist es ein schwieriger Übergang. Kunden, die aussteigen wollten, könnten aussteigen, sagt er. Man werde aber alle Aufträge mit "Vertrauen und Diskretion" abarbeiten. "Wir werden die Zusammenarbeit wie geplant fortsetzen", so ein BMW-Sprecher.

VW übernimmt italienische Design-Firma

Der Autodesigner Giorgetto Giugiaro hat sein Familienunternehmen Italdesign Giugiaro jahrelang diskret geführt, nun übernimmt VW knapp 90 Prozent der Firma.

(Foto: dpa)

Die Freundschaft mit VW, seine jahrzehntelange Beziehung zu Piëch? "Eine Freundschaft mit sehr viel Diskretion", sagt Giugiaro. Man habe aber auch mit vielen anderen zusammengearbeitet. Winterkorn lächelt und hält den Daumen hoch, als Giugiaro seinen Teil zum Thema gesagt hat. Es sind erste Szenen dieser neuen Ehe, die zeigen, dass Giugiaro schon in Wolfsburg angekommen ist. Er soll trotz der Übernahme durch VW so lange es geht Chef bleiben. Was danach kommt, ist offen. Zunächst dürfte VW einen Manager in Ingolstadt einsetzen, der sich intensiv um die Wolfsburg-Turiner Kooperationen kümmert.

Mit einem Autobauer arbeitet Giugiaro zurzeit nicht mehr zusammen, obwohl die Fabriken nur ein paar Autominuten von hier entfernt liegen. Bei Fiat soll man alles andere als erfreut darüber sein, dass sich der Rivale aus dem Norden so nah an die eigenen Fabriken heranpirscht. Viel wurde in Italien gegen den Deal polemisiert, der Verkauf der Designschmiede trifft die Italiener ins Mark. Einer, der dazu schweigt, ist Fiat-Chef Sergio Marchionne. Dafür sprechen andere. "Es würde mir leid tun, wenn ein solch wichtiger Teil der italienischen Designgeschichte nicht mehr in Italien bleibt", sagte Luca di Montezemolo, Ferrari-Präsident und damit Mitglied der großen Fiat-Familie, vor dem Verkauf. "Ich hoffe, dass alles, was auf unserem Territorium ist, auch hier bleibt", findet der Präsident der Region Piemont, Roberto Cota. Winterkorn sieht es locker. "Wir haben mit Audi eine Partnerschaft mit Bayern München. So wie das BMW aushalten muss, dass wir da sind, muss es Fiat nun aushalten, dass wir hier vor Ort sind. Wenn ich Sergio Marchionne treffe, werde ich ihm einfach sagen. 'Sergio, wir haben Italdesign gekauft '".