Volkswagen VW-Patriarch Piëch zieht sich zurück

  • Ferdinand Piëch will seine Anteile am Volkswagen-Konzern verkaufen, berichtet der Spiegel.
  • Der 79-Jährige verhandelt demnach mit den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch über den Verkauf. Momentan hält er noch 14,7 Prozent der Stammaktien der Porsche-Familienholding.
  • Die Anteile sind gut eine Milliarde Euro wert, die Eigentümerfamilien haben ein Vorkaufsrecht.

Im VW-Konzern könnte das Ende einer Ära angebrochen sein: Der Firmenpatriarch Ferdinand Piëch verhandelt laut einem Bericht des Magazins Spiegel über den Verkauf seiner Anteile. Piëch hält momentan noch 14,7 Prozent der Stammaktien an der Porsche SE. Diese wiederum besitzt mehr als die Hälfte der Stimmrechte am Volkswagen-Konzern.

Zuletzt war Ferdinand Piëch von den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch stark kritisiert worden. Er hatte bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt, er habe die Konzernführung schon früh auf mögliche Probleme in den USA hingewiesen - und zwar bevor der Dieselskandal dort aufgedeckt wurde. Mit diesen Aussagen brachte Piëch den Konzern in Bedrängnis, denn die offizielle Version von Volkswagen war stets, man habe erst später von den Problemen erfahren.

Zuletzt wurde bekannt, Piëch könnte seinen Aufsichtsrats-Posten verlieren

Laut dem Bericht verhandeln die Eigentümerfamilien mit Ferdinand Piëch über die Übernahme seiner Aktien. Sie haben ein Vorkaufsrecht und scheinen davon auch Gebrauch machen zu wollen. Denn Piëchs Anteile sind gut eine Milliarde Euro wert. Die Familien werden verhindern wollen, dass ein Investor von Außen Stammaktien kauft und damit über Stimmrechte im Konzern verfügt. Ferdinand Piëch selbst äußerte sich bisher nicht dazu. In einer Mitteilung des Konzerns heißt es, es liefen Verhandlungen über die Übertragung eines "wesentlichen Anteils" der Aktien.

Der Firmenpatriarch hatte vor zwei Jahren zuerst seinen Machtkampf gegen den damaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn verloren und anschließend auch seinen Job als Aufsichtsratschef. Er blieb aber als Aufsichtsrat bei der Familienholding Porsche SE. Doch bei der Hauptversammlung im Mai wird der komplette Aufsichtsrat neu gewählt werden. Zuletzt wurde bekannt, dass Piëch dort zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht mehr berücksichtigt werden könnte.

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