Volkshochschulen:Wenn der VHS-Kurs zum Verkaufsevent wird

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Wenn ein Anlageberater einen Kurs zum Vermögensaufbau leitet, könnte dessen Unabhängigkeit zumindest fraglich sein, warnen Kritiker.

(Foto: Monkey Business 2/Shotshop/Imago)

Öffentliche Bildung sollte unabhängig und neutral sein. Doch wenn Vermögensberater und Immobilienmakler an Volkshochschulen Seminare leiten, ist schon mal das Gegenteil der Fall.

Von Benjamin Emonts

Die Studentin Viktoria Lenz war auf verdeckter Recherche, als sie im März ein Online-Seminar der Kreisvolkshochschule Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz besuchte. Der Verdacht: Ein Finanzkurs für junge Leute könnte eine verkappte Verkaufsveranstaltung sein. Lenz wählte sich ein und notierte eifrig mit, was ihr auffiel - und das war durchaus brisant. Die Dozentin, eine Vertreterin der Deutschen Vermögensberatung, soll sich beim Thema Riester-Rente mit einer Kursteilnehmerin "die Bälle zugespielt" haben, so protokollierte es die Studentin. Nach dem Seminar schickte sie obendrein ungefragt persönliche Beratungsangebote in die Runde. Trotz ihrer Vorahnung war die Studentin "ziemlich schockiert", wie sie heute versichert. "Für mich war das nichts anderes als Kaltakquise", so sagt sie. "Zum Glück wusste ich Bescheid, sonst hätte ich womöglich Tausende Euro bei der Frau investiert."

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