Vier Länder, vier Rentensysteme Österreich

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Von Thomas Öchsner

Es sieht aus wie im Rentner-Paradies: In Österreich erhalten Ruheständler 14 Monatsrenten, in Deutschland sind es zwölf. Die monatliche Altersrente lag 2015 durchschnittlich bei 1231 Euro, inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld bei brutto 1436 Euro - verglichen mit gut 900 Euro hierzulande. In Österreich werden Mini-Renten durch eine Zulage aufgestockt. In Deutschland wird bislang lediglich darüber diskutiert, eine Garantierente für langjährig Versicherte einzuführen.

Die österreichische Rentenidylle ist jedoch teuer erkauft: Der Beitrag für die Rentenversicherung beläuft sich auf 22,8 Prozent, deutlich mehr als die hier fälligen 18,6 Prozent. Die Arbeitgeber zahlen davon allein 12,55 Prozent. Renten werden in Österreich voll besteuert, in Deutschland noch nicht. Anspruch auf eine Rente gibt es beim Nachbarn erst, wenn 15 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt wurde. Hierzulande beträgt die Wartezeit fünf Jahre. Das österreichische System ist äußerst kostspielig. In kaum einem Land werde ein größerer Anteil des Bruttoinlandsprodukts für die staatliche Altersvorsorge ausgegeben wie in Österreich, rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor.

Taugt Österreich also als Vorbild? Manche Ökonomen sehen das so und argumentieren, Zuschüsse aus Steuergeld seien in der staatlichen Rentenversicherung besser aufgehoben als in der Riester-Rente. Andere sagen, ohne Einschnitte sei das Wiener Modell spätestens 2025 nicht mehr zu finanzieren - und die Vertreibung der Österreicher aus ihrem Rentenparadies nur eine Frage der Zeit.