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Verwirrspiel um EADS-Anteil:Geld, Flugzeuge und Macht

Verzweifelt sucht die Bundesregierung nach einem Käufer für Daimlers Anteil am Luftfahrtkonzern EADS. Angeblich findet sie keinen - deshalb könnte nun die staatliche KfW-Bank einspringen. Das Wirtschaftsministerium sieht das ganz anders.

Die Woche beginnt für Philipp Rösler mit einem eiligen Dementi: Die Bundesregierung weist einen Bericht zurück, gemäß dem sie den Daimler-Anteil am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ausgerechnet an die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verkaufen wolle.

EADS-Tankflugzeug im Einsatz: Laut einem Zeitungsbericht sucht die Bundesregierung verzweifelt nach einem Käufer des Daimler-Anteils an dem europäischen Konzern.

(Foto: AP)

"Es gibt weder konkrete Planungen noch Festlegungen für eine Übernahme des Daimler-Anteils an EADS durch die KfW", sagte Sprecher von Wirtschaftsminister Rösler. "Im Mittelpunkt steht jetzt die Suche nach einem privaten Investor." Die Suche werde erst in den kommenden Wochen beginnen. Darauf habe sich die Regierung mit Daimler verständigt.

"Hoffnungslos"

Zuvor hatte die Financial Times Deutschland berichtet, die Bundesregierung bereite den Kauf des Daimler-Anteils vor. Sie wolle mit der Übernahme der 7,5-Prozent-Beteiligung die Machtbalancezwischen Frankreich und Deutschland bei EADS erhalten.

Ein hoher Regierungsmitarbeiter habe es als "hoffungslos" bezeichnet, einen privaten Käufer für die Anteile zu finden. Am wahrscheinlichsten sei es, dass die Staatsbank KfW rund 2,5 Milliarden Euro ausgibt für den Kauf von Daimlers 7,5 Prozent sowie für weitere 7,5 Prozent, die der Autobauer 2012 abstoßen könnte, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf einen FDP-Abgeordneten.

Der Verkauf an die KfW würde den deutschen Einfluss innerhalb des Konzerns sichern. Hätte sich ein privater Investor gefunden, hätte EADS möglicherweise französische Schlagseite bekommen.

Aber nicht nur Daimler will raus aus EADS: Auch der zweitgrößte Anteilseigner, die französische Lagardere-Gruppe, wird aussteigen - wann, galt bisher nur noch als logistische Frage.