Verspätung von Zügen im Januar Bahn ein bisschen weniger unpünktlich

Das milde Wetter hilft der Bahn: Viele Züge kommen pünktlich.

Weniger als sechs Minuten Verspätung: Nach einer verheerenden Bilanz im vergangenen Jahr waren die Züge der Deutschen Bahn im Januar offenbar so pünktlich wie lange nicht. Das Unternehmen nennt drei Gründe für die überraschend guten Zahlen.

Die Deutsche Bahn profitiert vom milden Wetter. Normalerweise zählen Eis und Schnee zu den häufigsten Verspätungsgründen im Zugverkehr. Weil der Winter in Deutschland bislang aber nur tageweise ausgebrochen ist, kann die Bahn gute Zahlen präsentieren. Die Züge seien im Januar so pünktlich wie lange nicht unterwegs gewesen, teilte das Unternehmen mit. 85,5 Prozent aller Fernverkehrszüge und 96,4 Prozent aller Nahverkehrszüge kamen fahrplanmäßig an. Pünktlich heißt bei der Bahn, dass ein Zug weniger als sechs Minuten Verspätung hat.

Das vergangene Jahr war wegen Unwettern und des Hochwassers ein sehr schlechtes Jahr für die Bahn gewesen. Von den Fernzügen waren nach der Statistik des Unternehmens nur 73,9 Prozent pünktlich, bei den Nahverkehrszügen waren es 94,6 Prozent. Die Zahl der Beschwerden von Fahrgästen erreichte ein Rekordhoch. Ziel der Bahn im Fernverkehr ist ein Pünktlichkeitswert von mehr als 80 Prozent, im gesamten Personenverkehr von mehr als 93 Prozent.

Neben dem guten Wetter nennt die Bahn weitere Gründe für die bessere Bilanz: wenige Baustellen, verbesserte Wartung und zusätzliche Züge: Vier neue ICE 3 verstärken die Flotte nach langen Lieferschwierigkeiten.

Bahn-Verspätungen Warum die Bahn zu spät kommt
Zugmonitor-Analyse

Warum die Bahn zu spät kommt

Im Winter ist die Bahn besonders unpünktlich? Am Abend sind mehr Züge spät dran? Liegt es an den vielen Baustellen? Viele Annahmen über die Pünktlichkeit der Bahn erweisen sich als nicht haltbar. Welchen Einfluss Wetter, Tageszeit und Wochentag den Statistiken zufolge haben - und welche Schuld die Bahn an den meisten Verspätungen trägt.   Von Wolfgang Jaschensky

220 von insgesamt 253 Zügen seien im Einsatz. Das liegt laut DB unter anderem auch daran, dass die Züge besser gewartet und instandgehalten werden können. Das passiert etwa im neuen ICE-Werk in Frankfurt-Griesheim, seit Ende 2011 in Betrieb, oder mit neuen Ultraschallanlagen für schnellere Achsenüberprüfungen. Auch hier hilft das milde Wetter: Je weniger Schäden durch Schnee und Eis es gibt, desto mehr Kapazitäten hat die Bahn, andere schwere Schäden zu reparieren.

Neben dem Wetter hat die Bahn aber auch mit ganz alltäglichen Problemen zu kämpfen. So wirken sich etwa auch der Wochentag oder die Tageszeit auf die Pünktlichkeit der Züge aus. Freitag gilt grundsätzlich als Stresstag für die Bahn - und zur Uhrzeit lässt sich generell sagen: Je später die Fahrt, desto wahrscheinlicher und größer die Verspätung.

Die Bahn veröffentlicht seit September 2011 im Internet die jeweiligen Monatswerte zur Pünktlichkeit im Personenverkehr. Auf dem etwa 34 000 Kilometer langen Streckennetz der Bahn sind täglich 39 000 Züge unterwegs, etwa 32 700 davon von der Bahn.