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Versicherungstarife:Punkte sammeln

Die Generali macht 2016 ernst mit Tarifen für eine gesunde Lebensweise. Dazu wird mit Supermärkten, Fitnessstudios und anderen verhandelt. Die Kunden können dann etwa für Bio-Einkäufe oder Sport belohnt werden.

Der Versicherer Generali kommt 2016 mit den angekündigten Krankenversicherungstarifen auf den Markt, die gesundes Verhalten der Kunden belohnen. Es gehe darum, gesundheitsbewussten Kunden ein entsprechendes Angebot zu machen, sagte Vorstand Christoph Schmallenbach. "Wir können dieses Segment dann auch mit der dafür passenden Preispolitik versehen."

Kunden können beim Generali-Partner Vitality Punkte für einen gesunden Lebensstil sammeln. Zurzeit führe Vitality Gespräche mit Supermärkten, Drogerieketten, Fitnessstudios sowie Anbietern von Gesundheitsarmbändern. Ein Supermarkt wie beispielsweise Rewe müsse dann Bioprodukte, Obst und anderes, was für gesunde Ernährung steht, in seinem Kassensystem kennzeichnen. "Das sind 20 Prozent des Sortiments", sagte Schmallenbach. Der Kunde legt beim Einkauf seine Karte vor und erhält dann Punkte auf seinem Vitality-Konto. Ähnliches gilt für das Erreichen von Zielen beim Joggen oder anderen Bewegungsformen, Fitnessstudio-Aufenthalten und medizinischer Vorsorge. Vitality vergibt nach dem Punktestand einen Status - Bronze, Silber, Gold, Platin. Der wird dem Versicherer mitgeteilt. Danach bemessen sich Boni und Geschenke.

Der Kunde erzielt einen Status, Bronze, Silber, Gold, Platin. Danach bemessen sich die Boni

Für Schmallenbach ist das Programm eine Gelegenheit, die Prävention zu stärken und den Kontakt zwischen Kunden und Versicherer zu intensiveren. "Versicherung muss so erlebbar wie Facebook oder Amazon sein", sagte er.

Der Konzern legt großen Wert auf die digitalen Zukunftsprojekte - er ist aber aktuell mit einem internen Umbauprojekt beschäftigt, das den Namen D2020 trägt. Am 1. April 2015 übernimmt der Generali-Manager Giovanni Liverani den Chefposten bei der Kölner Holding, bis Ende Mai sollen die wichtigsten Einzelheiten stehen. Im Konzern heißt es, Liverani habe der verschachtelten Struktur des Unternehmens den Kampf angesagt. Möglich sei auch die Verlegung der Holding von Köln nach München.

Der ausscheidende Vorstandschef Dietmar Meister, der in den Aufsichtsrat wechselt, wollte und konnte dazu nichts sagen. Er verlässt den Chefposten mit ordentlichen Zahlen: Der Nettogewinn fiel nur wegen Steuereffekten um 4,9 Prozent auf 422 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn stieg dagegen um 21 Prozent auf 680 Millionen Euro.