Versicherungen:Sparkassen wollen digital verkaufen

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Die Banken suchen angesichts der Zinsflaute nach neuen Einnahmequellen. Digitale Plattformen sollen beim Vertrieb von Versicherungen helfen.

Von Herbert Fromme, Köln

Die Versicherungskammer Bayern (VKB) hat sich durchgesetzt. Ihre digitale Plattform S-Versicherungsmanager wird künftig auch von Sparkassen in West- und Norddeutschland genutzt. Der Provinzial-Konzern stellt nach SZ-Informationen die Entwicklung einer rivalisierenden Plattform ein.

Eigentlich würden die Sparkassen ihren Kunden gerne mehr Versicherungen verkaufen. Provisionseinnahmen wären angesichts der Zinsflaute hoch willkommen. Aber bislang vertreiben sie meist nur Lebensversicherungen. Andere Policen wie die für Autos, Gebäude, Hausrat oder Haftpflicht bleiben außen vor.

Das Geschäft ist kleinteilig und bringt nur geringe Provisionen. Und, noch wichtiger: Die meisten Sparkassen haben keine modernen Plattformen, mit denen sie ihre Kunden einfach beraten und über die die Kunden auch selbst tätig werden können. Also geht die Mehrzahl der 50 Millionen Deutschen, die ein Konto bei der Sparkasse haben, bei Versicherungen lieber zu einem Vertreter von Allianz oder Generali oder gleich zu Check24.

Das soll die neue Plattform ändern. Die VKB hatte die Software von dem Start-up Clark gekauft. Aktuell wird S-Versicherungsmanager bei einzelnen Sparkassen getestet. Ab 2021 will VKB-Chef Frank Walthes mit der Freischaltung für Bayern beginnen, nach und nach sollen die anderen Bundesländer hinzukommen. Dafür wird wohl eine eigene Gesellschaft gegründet, an der die VKB bis zu 40 Prozent halten will.

Allerdings ist keine Sparkasse verpflichtet, das System zu nutzen. Bremen hat gerade zusammen mit dem Technik- und Vertriebsunternehmen JDC einen eigenen Versicherungsmanager eingeführt. Duisburg arbeitet mit dem Kölner Start-up Moneymeets.

Für die rheinischen Sparkassen muss das Angebot auf jeden Fall angepasst werden. Die VKB und Walthes sind eherne Verfechter des Exklusivitätsprinzips - die Kassen sollen Kunden nur von an die Versicherer aus dem Sparkassenlager vermitteln, nicht an andere Gesellschaften. Das sehen die Rheinländer anders. Sie glauben, dass ihre Kunden eine Auswahl wollen und sie deshalb auch Policen anderer Versicherer anbieten müssen. Provision ist schließlich Provision. Deshalb wollte die Provinzial ihre eigene Plattform bauen. Jetzt soll das Programm aus Bayern angepasst werden.

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