Private AltersvorsorgeVersicherer fordern Reform des Rentensystems

Lesezeit: 1 Min.

Die Ampel-Regierung wollte die Riester-Rente noch reformieren, doch die Koalition zerbrach, bevor sie das Vorhaben umsetzen konnte.
Die Ampel-Regierung wollte die Riester-Rente noch reformieren, doch die Koalition zerbrach, bevor sie das Vorhaben umsetzen konnte. Alexander Heinl

Riester-Rente neu aufsetzen und die betriebliche Altersvorsorge stärken: Die Versicherungsbranche sieht dafür in den Wahlprogrammen zu wenige Vorschläge.

Von Jonas Tauber, Berlin

Die Versicherer fordern eine mutige Reform des Rentensystems und der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. „Die Ambition scheint gering“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Versicherer (GDV), Jörg Asmussen, zu den Wahlprogrammen. Offenbar wolle niemand die Wähler verprellen, die älter als 55 Jahre sind. „Wir Versicherer fordern weitere Reformen.“

Asmussen forderte die Absenkung der Garantie in der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge - in erster Linie die Riester-Rente - sowie die Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge vor allem von Geringverdienern. Die staatlich geförderte Riester-Rente gilt seit Langem als reformbedürftig. Die Ampel-Regierung wollte eigentlich eine Reform auf den Weg bringen, ein Konzept des FDP-geführten Bundesfinanzministeriums scheiterte am vorzeitigen Ende der Koalition. Es sah unter anderem die vom GDV geforderte Absenkung der Beitragsgarantie vor.

Allerdings war das Kernstück des FDP-Vorschlags nicht im Sinne der Branche: Es sollte ein neues Altersvorsorgedepot ohne Garantien und zeitlich begrenzte Auszahlungspläne als Alternative zur lebenslangen Rente entstehen. Die lebenslange Rente ist aber so etwas wie das Alleinstellungsmerkmal der Versicherer. Sie warnen vor dem Risiko, dass das Geld bei zeitlich begrenzten Auszahlungsplänen vorzeitig aufgebraucht ist.

Mit der Entwicklung des Geschäfts 2024 zeigte sich GDV-Präsident Norbert Rollinger zufrieden. Die Beitragseinnahmen legten um 5,3 Prozent auf 238,3 Milliarden Euro zu. Treiber war die Schaden- und Unfallversicherung (Autos, Gebäude, Unfall- und Haftpflichtrisiken) mit einem Plus von 7,8 Prozent. Der versicherungstechnische Gewinn betrug 1,9 Milliarden Euro, dazu kommen noch Kapitalerträge. Das gute Ergebnis erzielte die Branche trotz eines Verlustes von zwei Milliarden Euro in der Kfz-Versicherung, hier hofft Rollinger auf die Wende im Jahr 2025.

In der Lebensversicherung war der Wachstumstreiber das Geschäft, bei dem Kunden einen einmaligen Betrag einzahlen; es legte im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zu. Bei den laufenden regelmäßigen Beiträgen gab es dagegen ein Minus von 0,2 Prozent. Insgesamt stiegen die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer um 2,6 Prozent auf 94 Milliarden Euro.

Für 2025 erwartet der GDV, dass die Beitragseinnahmen um rund fünf Prozent auf 250 Milliarden Euro zulegen. In der Schaden- und Unfallsparte rechnet er mit einem Wachstum von 7,5 Prozent, in der Lebensversicherung von 1,3 Prozent.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: