Versicherer:Gegen Grenze für Provisionen

Von Herbert Fromme und Jonas Tauber, Berlin

Die Versicherer warnen vor einer Obergrenze für Provisionen in der Lebensversicherung, weil sie darin einen Eingriff in den Markt sehen. "Der Provisionsdeckel ist eine Keule", sagte Wolfgang Weiler, Vorsitzender des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Jedes Jahr geben die Lebensversicherer rund sieben Milliarden Euro an Provisionen aus, die sie von den Kunden zahlen lassen. Angesichts der niedrigen Zinsen belastet das die Rendite spürbar. Deshalb will die Regierung die Begrenzung einführen.

Vor allem Vertriebsorganisationen wie die DVAG wettern gegen den Plan, weil er ihr Geschäftsmodell bedroht. Viele Versicherer begrüßen dagegen hinter vorgehaltener Hand die Obergrenze, weil große Vertriebe und Banken, die ebenfalls Lebensversicherungen verkaufen, von den Gesellschaften hohe Vergütungen einfordern.

Geschäftlich lief nach Ansicht des GDV 2018 alles gut: Der Umsatz stieg um 2,1 Prozent auf 202 Milliarden Euro, davon 92 Milliarden Euro (plus 1,4 Prozent) in der Lebensversicherung. In der wichtigen Autoversicherung legten die Einnahmen um 3,2 Prozent auf 28 Milliarden Euro zu. Der Schadenaufwand stieg um 2,7 Prozent auf 24 Milliarden Euro. "Hauptursache ist der weitere Preisanstieg bei Ersatzteilen", kritisierte Verbandschef Weiler. Rückleuchten wurden seit 2013 um 50 Prozent teurer, Kofferraumklappen um 34 Prozent. Bei diesen Teilen gibt es keine Alternativen zu den Originalen - wegen des Designschutzes dürfen andere Firmen sie nicht produzieren. Das ist anders bei nicht sichtbaren Teilen. "Wir Versicherer fordern, sichtbare Karosserieteile künftig vom Designschutz auszunehmen."

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