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Vernetzung:Alles mit allem

Beim Verbraucher haben sich vernetzte Geräte bisher nicht durchgesetzt - zu teuer, zu unnütz, zu unsicher. Interessanter ist also, was in der Industrie passiert.

Alles wird mit allem vernetzt und dadurch so richtig intelligent. So soll die Zukunft aussehen, in der Wohnung (Smart Home), in der Stadt (Smart City) wie auch in der Arbeit (Industrie 4.0). Dafür braucht es mobiles Internet, am besten mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G. Wie schnell sich das alles einrichten und umrüsten lässt, ist aber fraglich. Viele Maschinen und Anlagen in den deutschen Fabriken sind älter als das Internet - sie zu "versmarten" ist unmöglich oder aufwendig und teuer.

Zudem gilt: Alles was digital miteinander kommuniziert, muss gegen Hackerangriffe gesichert sein. Auch da hängen viele Unternehmen noch hinterher. Wir alle beginnen gerade erst zu verstehen, was Cyberkriminelle für Schäden anrichten können, die Energieversorgung lahmlegen beispielsweise, Krankenakten auslesen, geheime Informationen veröffentlichen. Was und wie gut man intern alles vernetzen kann, hängt wesentlich davon ab, wie stark der Schutz im Externen ist.

Viele der Anwendungen werden unter dem Begriff Internet of Things (IoT) zusammengefasst. Eher banale Beispiele dafür sind angeblich intelligente Haushaltsgeräte, Kühlschränke etwa, die erkennen, dass die Milch aus ist und beim Online-händler neue bestellen. Auch im smarten Home sollen Jalousien und Heizung erkennen, ob die Bewohner zu Hause sind, und entsprechend reagieren. Beim Verbraucher hat sich das bisher aber nicht durchgesetzt - zu teuer, zu unnütz, zu unsicher.

Interessanter ist also, was in der Industrie passiert. Selbstfahrende Autos müssen mit allerlei Sensorik ausgestattet sein, um miteinander zu kommunizieren. Maschinen melden automatisch, wann sie gewartet werden müssen. Ampeln, Kameras und Sensoren in der Fahrbahn geben Informationen über Staus und Behinderungen an die Zentrale weiter. Beispiele und Projekte gibt es bereits viele. Die wirkliche Umsetzung wird aber wohl noch lange dauern.

© SZ vom 31.12.2019 / Katharina Kutsche
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