Vermögen:Die Deutschen sind so reich wie nie

Ludwigstraße in München wird wegen Corona für den Verkehr gesperrt. München wird das nach Corona ausufernde Partytreibe

Die Ludwigstraße in München: Die bayerische Landeshauptstadt ist eine der wohlhabendsten Orte in Deutschland.

(Foto: imago/Heinz Gebhardt)

Die Anleger sparen in der Pandemie und profitieren von den stark steigenden Börsenkursen.

Von dpa, Frankfurt

Nach der schrittweisen Lockerung der Corona-Einschränkungen geben die Menschen in Deutschland nicht plötzlich viel aus, sondern halten ihr Geld weiter zusammen. Zugleich profitierten sie von den deutlich gestiegenen Börsenkursen. Das Ergebnis: Das Geldvermögen kletterte im zweiten Quartal auf ein Rekordhoch. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank stieg das Vermögen der Privathaushalte aus Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 159 Milliarden Euro auf 7,325 Billionen Euro. Ökonomen rechnen mit einem weiteren Anstieg im Laufe des Jahres. Wie die gewaltige Summe im Detail verteilt ist, geht aus den Bundesbank-Daten nicht hervor. Immobilien, die seit Jahren teils kräftige Wertsteigerungen verzeichnen, werden dabei nicht erfasst.

Zwar stieg die Konsumlust nach der schrittweisen Lockerung der Corona-Einschränkungen im zweiten Quartal an, die Sparquote sank nach Daten des Statistischen Bundesamtes. Dennoch sparen die Menschen weiter. Bargeld und Bankeinlagen etwa auf Giro- und Tagesgeldkonten machten mit gut 2910 Milliarden Euro Ende Juni weiter den größten Posten aus. Im zweiten Quartal kamen rund 52 Milliarden Euro hinzu. Sparer verdienen wegen der Zinsflaute damit zwar nichts, können aber bei Bedarf rasch auf ihr Geld zugreifen. Zugleich trauen sich die als eher risikoscheu geltenden Sparer in Deutschland zunehmend an den Aktienmarkt.

"Liquide oder als risikoarm wahrgenommene Anlageformen erfreuen sich insgesamt noch immer großer Beliebtheit, aber das Kapitalmarktengagement der privaten Haushalte nimmt seit Jahren zu", stellte die Bundesbank fest. So kauften die privaten Haushalte im zweiten Quartal den Angaben zufolge Investmentfondsanteile für 24 Milliarden sowie Aktien für sieben Milliarden Euro. Bewertungsgewinne bei Aktien und Investmentfondsanteilen spielten laut Bundesbank eine bedeutsame Rolle beim Zuwachs des Geldvermögens im zweiten Quartal. Etwas weniger Geld als in den Vorquartalen steckten die Privathaushalte in Versicherungen und andere Altersvorsorgeprodukte. Hier legten die Bestände um rund 20 Milliarden Euro auf etwa 2529 Milliarden Euro zu.

Die DZ Bank rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Anstieg des Geldvermögens. Zwar dürften die Menschen nach Einschätzung von DZ-Bank-Ökonom Michael Stappel dank zunehmender Lockerung der Corona-Einschränkungen weniger sparen als 2020. Dennoch dürfte das Geldvermögen dank Wertzuwächsen bei Aktien, Fonds und Zertifikaten auf 7,6 Billionen Euro steigen, hieß es zuletzt in einer Analyse des genossenschaftlichen Spitzeninstituts. Im nächsten Jahr sei mit einem weiteren Zuwachs auf dann acht Billionen Euro zu rechnen.

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB