bedeckt München 13°

Verkehr - Saarbrücken:Saarland plant Verkehrswende im ÖPNV

Deutschland
Anke Rehlinger (SPD) sitzt bei einem Interview. Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Saarbrücken (dpa/lrs) - Das Saarland wird laut Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) in eine neue Ära im Öffentlichen Personennahverkehr starten - unter anderem mit einer Tarifreform ab dem 1. Juli und der Einführung eines S-Bahn-Systems mit einer besseren Taktung. Die Strecke zwischen Saarbrücken und Rohrbach soll dazu zusätzliche Gleisen und Ausweichstellen erhalten.

"Die Weichen für den ÖPNV der Zukunft sind gestellt", sagte Verkehrsministerin Anke Rehlinger am Dienstag. Dabei habe man auch eine Richtungsänderung vorgenommen: Bislang sei es immer nur um ein "Weniger" gegangen, etwa bei der Stilllegung von Strecken oder dem Ausdünnen von Fahrplänen. Nun jedoch gehe es "um ein Mehr an Mobilität, bestenfalls gekoppelt an ein Weniger an Verkehr".

Der 360 Seiten umfassende VEP ÖPNV sieht Projekte und Maßnahmen mit einem Finanzbedarf in Höhe von rund 355 Millionen Euro vor, bei jährlichen Betriebskosten von 25 Millionen Euro. Damit könnten 20 000 neue Fahrgäste täglich gewonnen werden. Bis zu 90 Prozent der Investitionskosten könnten laut Ministerin vom Bund gefördert werden, darunter die Reaktivierung von Bahnstrecken. Für sie sind nun Machbarkeitsstudien geplant, unter anderem zu den Strecken Merzig - Losheim, Saarlouis - Schmelz - Wadern, Homburg - Blieskastel oder auch Saarbrücken - Großrosseln und Saarbrücken - Überherrn. Für die Verbindung Homburg - Zweibrücken sei bereits das Nutzen-Kosten-Verhältnis bestätigt worden.

Geplant sind zudem der barrierefreie Um- und Ausbau von Haltestellen und Bahnhöfen und die schrittweise Verknüpfung von Verkehren. Darüber hinaus solle die Anbindung des ländlichen Raums durch zusätzliche Angebote deutlich besser werden.

Rehlinger sprach von einem "guten Tag für die Verkehrswende" im Saarland: "Wir setzen unsere Pläne, den Öffentlichen Personennahverkehr einfacher, günstiger, nachhaltiger und attraktiver zu machen, in die Tat um", sagte sie.

Die Tarifreform sei eines der ersten Handlungsfelder aus dem VEP ÖPNV, das realisiert werde. Es sieht unter anderem die Reduzierung von Tarifstufen, Flatrate-Tarife für Gelegenheitskunden und Senioren, günstigere Tickets für Gruppen, Schüler und Mehrkinder-Familien, Job-Tickets für Auszubildende und die Einführung von Sozialtarifen vor.

© dpa-infocom, dpa:210223-99-560019/3

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema