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Verkehr - Lübeck:E-Highway auf A 1 betriebsbereit: Start für 2020 geplant

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins E-Highway ist betriebsbereit. Die Teststrecke auf der Autobahn 1 bei Lübeck wurde jetzt abgenommen, wie das Verkehrsministerium in Kiel am Freitag mitteilte. Das für die Errichtung und den Betrieb der Anlage zuständige Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel (FuE Zentrum FH Kiel GmbH) testete die Oberleitungen gemeinsam mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) in einer zweistündigen Probefahrt.

Der erste Hybrid-Lkw, der über Oberleitungen Strom laden kann, soll noch in der zweiten Dezemberhälfte an eine Spedition in Reinfeld (Kreis Stormarn) übergeben werden. Der Lkw wird bis Ende 2022 zunächst im täglichen Pendelbetrieb auf dem fünf Kilometer langen Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck fahren.

Wegen zusätzlicher Funktionstests wird der Lkw den Angaben zufolge aber schon vorher vereinzelt auf der A1 zu sehen sein. In der ersten Jahreshälfte 2020 soll die Strecke dann mit einem zweiten Fahrzeug in den Regelbetrieb gehen.

"Entscheidend ist, dass demnächst ein reibungsloser Betrieb beginnen kann", sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) sagte: "Ich bin zuversichtlich, dass uns dieses Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur klimafreundlichen Mobilität und Logistik liefern wird."

Ursprünglich hatten die ersten Oberleitungs-Laster schon im Juni dieses Jahres auf der Strecke rollen sollen. Dann war der September 2019 als möglicher Startzeitpunkt genannt worden. Grund für die Verzögerung waren technische Mängel an den insgesamt 153 Masten, die nachgerüstet werden mussten. Außerdem hatte sich die Auslieferung der mit speziellen Stromabnehmern ausgerüsteten Lastwagen verzögert.

Die Strecke auf der A1 ist eine von bundesweit drei Teststrecken, mit denen das Bundesverkehrsministerium den Einsatz von Oberleitungssystemen zur Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge untersucht. Weitere Strecken gibt es in Hessen und Baden-Württemberg.