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Verkehr - Hamburg:Zahl der Notrufsäulen an Autobahnen steigt

Leipzig (dpa/sn) - Trotz Handys sind Notrufsäulen an den Autobahnen in Sachsen nach wie vor zuverlässige Helfer - doch genutzt werden sie immer weniger. 576 der orangefarbenen Geräte stehen derzeit im Freistaat, wie das Wirtschaftsministerium in Dresden mitteilte. Sie kennen keinen leeren Akku, keine Funklöcher, können nicht zu Hause vergessen werden und stehen etwa alle zwei Kilometer entlang der Bundesautobahnen und trotzen Wind und Wetter.

Ein weiterer Vorteil der Säulen ist, dass sie den exakten Standort des Anrufers an den Pannenhelfer oder die Rettungskräfte weitergeben. Ruft ein in Not geratener Autofahrer von einem Mobiltelefon um Hilfe, sei eine Ortung aus rechtlichen Gründen nicht möglich, so das Ministerium.

Dennoch werden die Säulen immer weniger genutzt. 52 400 Anrufe sind im Jahr 2018 bei der GDV Dienstleistungs-GmbH in Hamburg eingegangen. Sie nimmt im Auftrag des Bundes die Hilferufe an. Im Jahr davor waren es noch rund 60 000. In den 90er Jahren gab es noch rund 1,5 Millionen Anrufe pro Jahr. Wie viele Notrufe in Sachsen eingegangen sind, konnte die Sprecherin der GDV nicht sagen. Die Meldungen werden nicht nach den einzelnen Bundesländern ausgewertet.

Zwar nimmt die Zahl der Anrufe ab, doch die Zahl der Säulen steigt, weil an allen neuen Autobahnabschnitten neue aufgestellt werden. Bundesweit gibt es derzeit etwa 17 000 der Geräte, so die GDV.

Bei einem Notruf wird eine Konferenzschaltung mit der zuständigen Rettungsleitstelle hergestellt. Bei einer Panne wird Hilfe organisiert. Der Anrufer entscheidet, ob er Leistungen über seine Kfz-Versicherung, seine Mitgliedschaft in einem Automobilclub oder durch den Fahrzeughersteller in Anspruch nehmen will. Missbräuchlich genutzt werden die Notrufsäulen nach Angaben des GDV und des Ministeriums so gut wie nie.