Verkehr - Hamburg:Provisorische Radwege bleiben: ADAC sieht Staugefahr

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Deutschland
Ein Radfahrer fährt über eine so genannte Pop-Up Bikelane. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Hamburg (dpa/lno) - Angesichts der Zunahme des Radverkehrs nach Beginn der Corona-Pandemie hat Hamburg vier provisorische Radwege mit einer Länge von insgesamt 3,7 Kilometern eingerichtet. Nach einem Jahr Probelauf sollen zumindest zwei der Strecken - an den vielbefahrenen Straßen Max-Brauer-Allee und Beim Schlump - jetzt zu ordentlichen Radwegen ausgebaut werden. Für die beiden anderen sogenannten Pop-up Bikelanes an der Hallerstraße und in der HafenCity laufe noch die Evaluation, sagte der Sprecher der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, Dennis Heinert. Edda Teneyken vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer ergänzte: "Wir gehen davon aus, dass die Versuche weiter gut angenommen werden."

Der ADAC beurteilt die neuen Radwege grundsätzlich positiv. "Generell haben wir damit keine Probleme", sagte der Sprecher des Regionalclubs Hansa, Christof Tietgen. Er warnte jedoch vor einer Verdrängung des Autoverkehrs. Es müsse ein Nebeneinander von Auto- und Radfahrern geben. Die Pop-up-Radwege seien auf der Grundlage des geringeren Verkehrsaufkommens in der Pandemie eingerichtet worden. Auch jetzt seien noch weniger Autos unterwegs. "Was passiert, wenn wir wieder so viel Verkehr wie vor Corona haben?", fragte der ADAC-Sprecher. "Die Autos sind nicht weg."

Tatsächlich stieg die Zahl der Autos in Hamburg nach Senatsangaben im vergangenen Jahr um gut ein Prozent. Am 31. Dezember 2020 waren 799 434 Pkw zugelassen, am 1. Januar 2022 genau 807 618.

Sowohl das Verkehrsaufkommen an Autos als auch das an Radfahrern verringerten sich im Jahr 2021 allerdings um jeweils acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Verkehrsbehörde Anfang Februar mitgeteilt hatte. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 habe der Radverkehr um 23 Prozent zugenommen, während der Autoverkehr um 19 Prozent gesunken sei. "Das Ausmaß dieser Veränderungen ist zweifellos der Pandemie geschuldet", erklärte Senator Anjes Tjarks (Grüne).

Der rot-grüne Senat will den "motorisierten Individualverkehr" zurückdrängen. Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg nach Angaben von Tjarks 56 Kilometer Radweg neu gebaut oder saniert. Im Jahr davor waren es 62 Kilometer gewesen, in den Jahren 2015 bis 2019 durchschnittlich 35,4 Kilometer. Die beiden ersten Pop-up Bikelanes waren im Herbst 2020 eröffnet worden.

Neben den neuen Fahrradstraßen an der Außenalster gehört die Verkehrsberuhigung am Jungfernstieg zu den Vorzeigeprojekten der Mobilitätswende. Seit Oktober 2020 ist die Straße an der Binnenalster für Autofahrer gesperrt. Auch dieser Umbau erfolgte zunächst provisorisch. Die endgültige Umgestaltung soll nach Abschluss der laufenden Anhörungen bis Ende nächsten Jahres kommen.

© dpa-infocom, dpa:220402-99-767424/2

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