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Verkehr - Hamburg:Bürgermeister Tschentscher will HVV-Preiserhöhung begrenzen

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) will die angestrebte Preiserhöhung im Hamburger Verkehrsverbund HVV von durchschnittlich 2,2 Prozent für 2020 auf 1,8 Prozent begrenzen. Zwar hätten die Verkehrsunternehmen mit höheren Personal- und Energiekosten zu kämpfen. "Trotzdem wollen wir die Preissteigerung für die Kunden auf den Inflationsausgleich begrenzen", sagte der Bürgermeister dem "Hamburger Abendblatt" (Montag). "Mit dem Ausbau und der Verbesserung des Angebotes müssen wir den öffentlichen Nahverkehr in Zukunft stärker aus dem Haushalt finanzieren."

Das bedeutet, dass mehr Steuereinnahmen hierfür verwendet würden. Die Kosten der 28 HVV-Verbundunternehmen sind nach Angaben des Verbundes nur zu 74 Prozent gedeckt.

Zunächst wird sich der rot-grüne Senat mit der vom HVV beantragten Preiserhöhung befassen. Er wäre der höchste Anstieg der vergangenen fünf Jahre. Beschlossen werden die neuen Tarife von der Hamburger Bürgerschaft und den Umlandgemeinden, in denen ebenfalls der HVV-Tarif gilt.

Die Hamburger CDU will die angestrebte Preiserhöhung von 2,2 Prozent ablehnen und hält auch 1,8 Prozent für "noch viel zu hoch". "Wir bräuchten genau jetzt das Signal für den Umstieg auf Busse und Bahnen zu fairen Preisen. Daher halten wir daran fest, die Ticketpreise in diesem Jahr nicht zu erhöhen und werden das in der Bürgerschaft entsprechend beantragen", bekräftigte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dennis Thering, am Montag.

Die FDP-Fraktion forderte ebenfalls, eine Preiserhöhung in diesem Jahr auszusetzen. "Schließlich ist weder eine Verteuerung der HVV-Tickets um 2,2 Prozent noch eine Steigerung um 1,8 Prozent geeignet, die Menschen für den ÖPNV zu begeistern", machte der verkehrspolitische Fraktionssprecher, Ewald Aukes, deutlich.