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Verkehr - Gelsenkirchen:Bezahlen nach Luftlinie - VRR testet neuen "eTarif"

Gelsenkirchen (dpa/lnw) - In Bus und Bahn nur noch die Luftlinie zahlen - nach dem Verkehrsbund Rhein-Sieg (VRS) testet auch der Verkehrsbund Rhein-Ruhr (VRR) ein neues elektronisches Tarifmodell. Dabei wird der Preis pro Kilometer Luftlinie zwischen dem Start- und Endpunkt der Fahrt berechnet. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Neuss werde dafür in den kommenden Wochen eine neue App programmiert und der "eTarif" entwickelt, wie ein Sprecher des VRR mitteilte. Die Testphase für das sogenannte "nextTicket 2.0" ist für das erste Halbjahr 2020 geplant.

Die Fahrgäste können dann über eine App beim Einsteigen ein- und nach Ende der Fahrt wieder auschecken. Der Preis für die zurückgelegten Luftlinien-Kilometer wird automatisch berechnet. Wenn eine Buslinie zum Beispiel Umwege fährt, würde das aus der Berechnung des Ticketpreises herausfallen. Ziel ist es laut VRR, Fahrgästen in der Region den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern und den Ticketpreis unabhängig von künstlich gezogenen Tarif-Zonen zu gestalten.

Bereits im Jahr 2018 hat der VRR das elektronische "nextTicket" in einer sechsmonatigen Phase getestet. Damals wurde der Fahrpreis auf Basis der tatsächlich gefahrenen Kilometer berechnet. "Der Praxistest nextTicket im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass Fahrgäste generell bereit sind, elektronische Tarife zu nutzen und einem solchen digitalen Ticketing auch zu vertrauen", sagte der VRR-Vorstand José Luis Castrillo.

Im Gebiet des VRS hat eine Testphase mit dem eTarif bereits im April begonnen. Dort werden neben einem Grundpreis von 1,50 Euro pro Fahrt 15 Cent pro angefangenem Luftlinien-Kilometer berechnet. Bis zu 4 000 Kunden können das neue Tarifsystem bis zum 6. September ausprobieren.