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Verkehr - Friedrichshafen:Wiederaufbau eines Zeppelins - 2630 Quadratmeter Hülle

Friedrichshafen (dpa/lsw) - Es sieht ein bisschen so aus, als würde man einen riesigen Strumpf auf einen Fuß ziehen: 2630 Quadratmeter Hülle bringen Mitarbeiter der Deutschen Zeppelin-Reederei in diesen Tagen an dem Gerüst eines Luftschiffes an. Zunächst sei die Hülle an der Decke aufgehängt worden, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Anschließend wurde sie Schritt für Schritt über das ebenfalls von der Decke hängende Gerüst gezogen - vom Kopf aus Richtung Hinterteil.

Die Arbeit brauche viel Kraft, da das Material - ein Laminat aus drei Schichten - nicht flexibel sei, sagte der Sprecher weiter. "Alles geschieht in Handarbeit." Als nächster Schritt muss nun noch das Loch verschweißt werden, durch das die Hülle aufgezogen wurde. Die nächsten Arbeiten gehen dann im Bauch des Luftschiffes weiter: Dafür wird es statt mit nicht brennbarem Helium zunächst mit Luft gefüllt, damit die Mitarbeiter sich im Inneren bewegen können.

Das am Bodensee gefertigte Luftschiff mit dem Namen "Eureka" war zuvor von einem Unternehmen in Kalifornien für touristische Rundflüge und als Werbefläche genutzt worden. Nachdem die US-Firma im November 2012 den Betrieb einstellte, wurde der geleaste Zeppelin zerlegt, in Container verpackt und zurück nach Süddeutschland gebracht, wie der Sprecher weiter sagte. Vom kommenden Jahr an soll das Luftschiff die "Baden-Württemberg" ersetzen, die seit 2003 vor allem über die Bodenseeregion schwebt.

Weltweit sind nach Angaben der Reederei fünf Zeppelin NT im Einsatz. Drei davon entstanden im Auftrag des Reifenherstellers Goodyear und wurden in den USA endmontiert. Die wenigsten Luftschiffe sind wirklich Zeppeline: Der Name ist markenrechtlich geschützt für die Zeppelin Luftschifftechnik in Friedrichshafen. Am Bodensee fliegen moderne Zeppeline seit 2001 wieder Passagiere.