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Verkehr - Egelsbach:Hessens erster Radschnellweg wächst

Egelsbach (dpa/lhe) - Der hessenweit erste Radschnellweg wächst allmählich. Am Donnerstag eröffnete Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ein 3,6 Kilometer langes Teilstück zwischen Darmstadt-Wixhausen und Egelsbach. Es handelt sich um den ersten fertigen Abschnitt des extrabreiten Radwegs, der künftig die Städte Frankfurt und Darmstadt verbinden soll. Grüne Piktogramme kennzeichnen die Strecke, an der auch eine Reparaturstation mit Luftpumpe und Werkzeug errichtet wurde.

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Egelsbach (dpa/lhe) - Der hessenweit erste Radschnellweg wächst allmählich. Am Donnerstag eröffnete Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ein 3,6 Kilometer langes Teilstück zwischen Darmstadt-Wixhausen und Egelsbach. Es handelt sich um den ersten fertigen Abschnitt des extrabreiten Radwegs, der künftig die Städte Frankfurt und Darmstadt verbinden soll. Grüne Piktogramme kennzeichnen die Strecke, an der auch eine Reparaturstation mit Luftpumpe und Werkzeug errichtet wurde.

Die vier Meter breite Fahrbahn soll ausreichend Platz zum Überholen und für den Gegenverkehr bieten, um Geschwindigkeiten bis 20 Stundenkilometer zu möglichen. Das soll Berufspendler zum Umsteigen aufs Rad animieren. Fertig sein soll die gesamte Expressroute mit mehr als 30 Kilometern im Jahr 2022. Wie die Durchquerung der beiden Städte Darmstadt und Frankfurt aussehen wird, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Al-Wazir sagte zur Eröffnung, Radfahren müsse angesichts des begrenzten Raumes in den Städten attraktiver werden. Dazu sei der erste Radschnellweg ein wichtiger Schritt. Die Kosten für die Gesamtstrecke wurden zuletzt mit 43 Millionen Euro angegeben, nach Angaben der Verkehrsbehörde Hessenmobil kann diese Summe aber noch steigen, je nachdem, wie die konkreten Planungen vor Ort ausfielen.

Weitere Radschnellwege sind in Planung, unter anderem zwischen Hanau und Frankfurt sowie zwischen Frankfurt und dem Vordertaunus. Auch für mögliche Routen rund um Kassel laufen Machbarkeitsstudien. Auf insgesamt 42 Strecken im Land sind einer Studie zufolge genügend Radfahrer unterwegs, um den Ausbau zu Schnellwegen zu rechtfertigen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt, dass der erste Abschnitt in Südhessen fertig ist. Die Strecke werde nicht überall optimal ausgestattet sein, doch seien pragmatische Lösungen gefunden worden, sagte Landesgeschäftsführer Norbert Sanden. Dies könne als Vorbild für weitere Projekte dienen. Es gebe zu wenig gute und gut gesicherte Radwege, zu wenig sichere Abstellmöglichkeiten und zu wenig barrierefreie Bahnhöfe. Zwar bemühten sich die Städte und auch das Land um Abhilfe, doch mit viel zu geringem Tempo: "Wenn es so weitergeht, dann wird es nichts mit der Verkehrswende, da muss man schon Gas geben", sagte Sanden. Mehr Geld und Personal für die Planung seien nötig.

Nach den Radentscheiden in Darmstadt, Kassel und Frankfurt bereite der ADFC gemeinsam mit Partnerorganisationen ein landesweites Volksbegehren vor, sagte Sanden. Bei der Kommunalwahl im März 2021 solle ein Mobilitätsgesetz vorgelegt werden, über das die Wähler abstimmen könnten. Dazu solle es auch eine große Kampagne geben.

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