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Verkehr - Berlin:Radfahrerlobby fordert raschere Verkehrswende in Berlin

Berlin (dpa/bb) - Berlins Radfahrerlobby drückt bei der Verkehrswende aufs Tempo: Aktuell sei der rot-rot-grüne Senat beim zugesagten Ausbau der Fahrradwege meilenweit von den selbstgesteckten Zielen entfernt, kritisierten Vertreter des Vereins Changing Cities um den Radaktivisten Heinrich Strößenreuther am Freitag. "In den ersten 1,5 Jahren seit Verabschiedung des Mobilitätsgesetzes wurden - wohlwollend geschätzt - etwa fünf Kilometer neue oder qualifizierte Radinfrastruktur errichtet", hieß es in einer Erklärung.

Nötig sei jedoch eine Verbesserung der Fahrradinfrastruktur auf rund 3100 von 5600 Straßenkilometern in Berlin. "Um dieses Ziel zu erreichen, müssen, ausgehend vom Zeitpunkt der Verabschiedung des Gesetzes bis 2030, pro Tag 700 Meter Radverkehrsanlagen errichtet werden", rechnete der Verein vor. Statt hier entschlossen zu handeln, "wurschteln Teile der Verwaltung vor sich hin", hieß es weiter. "Einige Bezirke betreiben offene Obstruktion, um nicht zu sagen Sabotage der eigentlich fälligen Maßnahmen."

Das 2018 beschlossene Mobilitätsgesetz gibt dem Umweltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr Vorrang vor dem Autoverkehr. Dazu sind dort unter anderem ein Ausbau der Radwege und ein Programm für sichere Kreuzungen verankert. Changing Cities sieht durchaus Fortschritte etwa durch die Aufstockung der Planer, den Aufbau einer Datenbank aller Projekte oder im Bemühen, Planungszeiten zu verkürzen. Allerdings seien auch noch viele Fragen offen. "Berlins Rolle bei der Verkehrswende ist zu wichtig, um zu scheitern", so der Verein.

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