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Verhandlungen:Lufthansa und Piloten brechen Tarifgespräche ab

Lufthansa-Maschinen in München

Tarifgespräche abgebrochen - wann bei der Lufthansa wieder verhandelt wird, ist unklar.

(Foto: dpa)
  • Sowohl Lufthansa wie die Pilotenvereinigung Cockpit sahen zeitweilig eine Annäherung in dem Tarifkonflikt. Woran genau die Gespräche nun scheiterten, wurde nicht mitgeteilt.
  • Die Parteien hatten seit mehreren Wochen hinter verschlossenen Türen verhandelt.
  • Seit Beginn des Konflikts hat Cockpit schon 13 Mal gestreikt.

Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben ihre Tarifverhandlungen am Freitagabend ergebnislos abgebrochen. Beide Seiten hätten sich "zuletzt in vielen Punkten angenähert, dann aber in einigen Fragen auch wieder voneinander entfernt", sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Die Lufthansa sei weiterhin davon überzeugt, dass eine Einigung möglich sei und werde alles daran setzen, die Gespräche mit der Vereinigung Cockpit wieder aufzunehmen. Neue Termine wurden jedoch nicht genannt.

Auch Cockpit sah zunächst Annäherung in dem Streit, wie aus einem Dokument der Gewerkschaft, das mehreren Nachrichtenagenturen vorliegt, hervorgeht. Dann hätten weitere Gespräche aber keinen Sinn mehr ergeben.

Die Piloten seien bereit, ihren Teil zur Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa beizutragen, hieß es. Lösungen würden aber dann unmöglich, wenn zu einem Zeitpunkt, an dem beide Seiten fast beieinander seien, der Eindruck entstünde, dass der Gesprächspartner das gemeinsam erarbeitete Verständnis nicht mehr wahrhaben wolle oder sich nicht mehr daran erinnern könne.

Worüber Lufthansa und Cockpit streiten

Cockpit und Lufthansa hatten seit mehreren Wochen hinter verschlossenen Türen verhandelt. In dem Tarifstreit geht es neben den Löhnen vor allem um die umstrittene Übergangsversorgung für ältere Arbeitnehmer. Lufthansa wollte erreichen, dass die Piloten später als derzeit in den Vorruhestand gehen. Die Fluglinie hatte bestehende Regeln dazu zum Jahresende 2013 einseitig gekündigt. Der Konflikt war daraufhin eskaliert.

Im Hintergrund schwelt aber auch der Streit um das Sparkonzept "Wings". Die Lufthansa bietet im Konkurrenzkampf mit den Wettbewerbern auf mehreren Strecken Billigflüge an. Das Personal der günstigen Billigtochter Eurowings wird nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt werden, sondern schlechter. Aus Sicht der Piloten spielt das Unternehmen damit zwei Konzernteile gegeneinander aus, weshalb Cockpit seit Beginn des Konflikts bereits 13 Mal streikte.

© SZ.de/AFP/dpa/Reuters/gal
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