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Verhandlungen gescheitert:Alitalia-Chef tritt zurück

Die Verhandlungen über die geplante Übernahme der angeschlagenen Alitalia durch Air France-KLM sind abgebrochen worden. Der Aufsichtsratschef von Alitalia, Maurizio Prato, trat von seinem Posten zurück.

Der Präsident der kriselnden Fluggesellschaft Alitalia, Maurizio Prato, ist am Mittwoch zurückgetreten. Das gab die Alitalia-Leitung am Abend bekannt und erklärte die Übernahmeverhandlungen mit der Fluggesellschaft Air France-KLM für beendet.

Air France-KLM-Chef Jean-Cyril Spinetta hatte zuvor den Vorschlag der Gewerkschaften von Alitalia abgelehnt, die gefordert hatten, dass bei einer Übernahme sämtliche Sparten beibehalten werden. Er sehe keine Möglichkeit, auf den Vorschlag einzugehen, sagte er am Abend bei den Gesprächen in Rom und verließ den Verhandlungstisch, wie Gewerkschaftsvertreter mitteilten.

Der französisch-niederländische Konzern hat für den Fall des Kaufs von Alitalia die Entlassung von 2100 Mitarbeitern angekündigt. Von den 2100 Stellen sollen 1600 bei Alitalia selbst und 500 bei den Bodendiensten wegfallen.

Alitalia steckt seit Jahren in der Krise, im Sommer droht eine Pleite. Air France-KLM hatte seit Mitte Januar exklusiv mit der Regierung in Rom verhandelt und schließlich einen Tausch von einer Air-France-KLM-Aktie gegen 160 Alitalia-Aktien vorgeschlagen. Das entspricht lediglich rund zehn Cent pro Aktie, zuvor waren die Papiere noch etwa für das Fünffache gehandelt worden. Die Zustimmung der Gewerkschaften galt als entscheidend für die geplante Übernahme.