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Vereinigte Staaten:Trump erwägt Kaufangebot für Grönland

Gletscher in Grönland

Grönland ist mehr als sechs Mal so groß wie Deutschland und gehört zum Königreich Dänemark.

(Foto: dpa)
  • Die Idee von Donald Trump, das zu Dänemark gehörende Grönland zu kaufen, stößt in Kopenhagen auf Empörung.
  • Schon früher sind die USA mit diesem Vorhaben gescheitert.

Den 30. März 1867 haben die Vereinigten Staaten in schönster Erinnerung. Es war der Tag, an dem für 7,2 Millionen Dollar Alaska den Besitzer wechselte. Auch wenn der damals zuständige Präsident Andrew Johnson einigen Spott über sich ergehen lassen musste, dass er so viel Steuergeld - hochgerechnet auf heutige Preise etwa 123 Millionen Dollar - den Russen für einen lächerlichen "Eisbären-Garten" übergab - aus heutiger Sicht haben die USA nie ein besseres Geschäft gemacht.

Gut möglich, dass Donald Trump, Dealmaker und US-Präsident, mit einem ähnlichen Geschäft in die Geschichte eingehen will. Jedenfalls liebäugele er mit dem Kauf von Grönland, schreibt das Wall Street Journal. Wiederholt habe er diese Idee geäußert, allerdings in variierenden Ernsthaftigkeitsgraden.

Dänemark zahlt jährlich Hunderte Millionen Dollar für Grönland

Immer dann, wenn seine Berater Grönlands Reichtum an Rohstoffen und die geopolitische Bedeutung des Landes gerühmt hätten, habe Trump interessiert zugehört und wissen wollen, ob ein Kauf denkbar sei, schreibt das Blatt unter Berufung auf zwei Personen, die in solchen Situationen dabei waren.

Auch die Rechtsberater des Weißen Hauses seien schon beauftragt worden, einen möglichen Kauf durchzudenken. Allerdings haben einige von ihnen gleich abgewinkt.

Grönland gehört zum Königreich Dänemark verwaltet sich aber selbst. Es ist mit 2,2 Millionen Quadratkilometern mehr als sechs mal so groß wie Deutschland. Zugleich ist es mit 50 000 Einwohnern eine der am dünnsten besiedelten Regionen weltweit. Bislang ist Grönland für Dänemark eher teuer: Jedes Jahr wird die größte Insel der Welt mit knapp 600 Millionen Dollar unterstützt.

Das angeblich Kaufinteresse der USA stieß in Grönland und in Dänemark auf Verwunderung und Kritik. "Selbstverständlich steht Grönland nicht zum Verkauf", stellte die Regierung der Insel am Freitag klar. "Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit den USA, und wir betrachten dies als Ausdruck eines größeren Interesses an Investitionen in unser Land und an den Möglichkeiten, die wir bieten", hieß es weiter. Der ehemalige dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen schrieb auf Twitter: "Das muss ein Aprilscherz sein."

Auch der Blick zurück zeigt, dass die Chancen Trumps eher gering sein dürften. Schon zwei Mal sind die Vereinigten Staaten mit dem Versuch gescheitert, Grönland zu kaufen: 1946 bot der damalige US-Präsident Harry Trumann 100 Millionen Dollar für die eisigen Flächen, doch die Dänen winkten ab. Ein ähnliches Vorhaben soll es gemäß WSJ auch 1867 gegeben haben: Damals wollten die Vereinigten Staaten neben Grönland auch Island kaufen. Aber auch damals konnte sich die Idee nicht durchsetzen.

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